Résumé
Auf der landwirtschaftlichen Nutzfläche von 133 Landwirtschaftsbetrieben (Gesamtfläche 32,19 km2) wurden in den Jahren 2009–2011 die naturnahen Lebensräume kartiert. Auf 47 dieser Höfe, den sogenannten Projektbetrieben, wurde die Kartierung 2015 wiederholt. Die Hälfte der Projektbetriebe erhielt eine gesamtbetriebliche Beratung mit Fokus auf die Biodiversitätsförderung. Bei diesen 47 Betrieben wurden auch Kenndaten wie Düngergrossvieheinheiten pro Hektare, Acker- und Grünlandanteil und Anteil sowie Zusammensetzung der Biodiversitätsförderflächen (BFF) erhoben. Der Anteil der naturnahen Lebensräume (ohne Bäume) an den landwirtschaftlich genutzten Parzellen der 133 Betriebe betrug in der Periode 2009–2011 3,86 %. Dazu kommen 2,5 % mit Bäumen bestockte Flächen. Von allen naturnahen Lebensräumen sind die «artenreichen Fett wiesen und -weiden» am häufigsten, und sie nehmen auch bei weitem die grösste Fläche ein. An zweiter Stelle folgen die Kleingehölze. Es zeigte sich, dass 88 % der naturnahen Lebensräume auf den Nutzungsparzellen der 47 Projektbetriebe als BFF angemeldet sind, dass aber andererseits nur 27 % der angemeldeten BFF nach unseren Kriterien im Feld tatsächlich als «naturnahe Lebensräume» erkennbar sind (Stand 2015). Betriebe mit hohem Tierbestand, mit grossen Parzellen oder hohem Ackeranteil hatten signifikant weniger naturnahe Lebensräume als andere. Das Betriebssystem (Bio, IP-Suisse, ÖLN) hatte jedoch keinen Einfluss (133 Betriebe, Stand 2009–2011). Auf den 47 zweimal kartierten Betrieben hat die Fläche der naturnahen Lebensräume auf den Nutzungsparzellen über sechs Jahre deutlich zugenommen. Zwischen beratenen und nicht beratenen Betrieben wurden hingegen nur relativ geringfügige Unterschiede festgestellt. Die Ziele des Bundes betreffend des Anteils qualitativ wertvoller Lebensräume wurden noch nicht erreicht. Wir gehen davon aus, dass die Hauptursache die hohe Tierdichte ist, die zu hohen Nährstoffüberschüssen führt. Damit wird das Potenzial für nährstoffarme, artenreiche Lebensräume stark eingeschränkt. Zudem gibt es Mängel in Ausbildung, Weiterbildung und Beratung der Landwirte. Weitere erschwerende Faktoren sind die mangelnde Unterstützung der Landwirte bei der Verwirklichung von Aufwertungsprojekten und ein komplexes Auflagen- und Beitragssystem, welches zu wenig konsequent dem Ziel der «besten Massnahme am richtigen Ort» nachlebt.
Keywords: semi-natural habitats, ecological compensation area, monitoring, Switzerland.
Collaboratrices et collaborateurs