Bestandsentwicklung der Waldohreule Asio otus in der Zentralschweiz von 1989 bis 2023
Riepilogo
Von 1989 bis 2023 wurde der Bestand der Waldohreule Asio otus in einem 27,5 km2 großen Untersuchungsgebiet in der Zentralschweiz überwacht. Dazu wurde das Gebiet von März und April mit Einsatz von Klangattrappen flächig nach balzenden Altvögeln abgesucht. Von Mai bis Juli, teilweise auch August wurden die bettelnden Ästlinge verhört. Die Ergebnisse dieser Aufnahmen von 2013 bis 2023 wurden mit den Meldungen verglichen, die per ornitho.ch eingegangen sind.
Die Siedlungsdichte lag im Mittel über alle Jahre bei 51,2 Revieren/100 km². Nach einem schwachen Rückgang zu Beginn der Untersuchung stieg der Bestand ab 2004 deutlich an und erreichte sein Maximum im Jahr 2020 mit 116 Revieren/100 km2. Am meisten erfolgreiche Bruten konnten 2019 mit 73 erfolgreichen Bruten/100 km2 festgestellt werden. Trotz einem Rückgang in den letzten drei Untersuchungsjahren lag der Bestand am Ende der Untersuchung auf gut der doppelten Höhe wie zu Beginn.
Bei 52,6 % von allen erfolgreichen Bruten wurden an dem entsprechenden Ort zur Balzzeit noch keine Eulen festgestellt. Umgekehrt wurden bei 55,5 % aller Reviere, in denen zur Balzzeit Eulen anwesend waren, später nie Ästlinge beobachtet. Da diese Werte zudem von Jahr zu Jahr stark schwanken können, müssen unbedingt Aufnahmen zu beiden Zeitspannen im Verlaufe des Brutgeschäfts erfolgen, um aussagekräftige Werte zum Bestand der Waldohreule zu erhalten.
Obwohl das Untersuchungsgebiet häufig von Ornithologinnen und Ornithologen aufgesucht wird, kann mit den ornitho.ch-Daten weder der Bestand noch dessen Verlauf abgeschätzt werden. Die Daten stellen aber eine wertvolle Ergänzung zu den systematischen Beobachtungen dar.