Der Bienenfresser Merops apiaster in der Schweiz – Paradebeispiel für die Ausdehnung einer wärmeliebenden Art
Riepilogo
Seit seiner Besiedlung der Schweiz 1991 brütete der Bienenfresser Merops apiaster jährlich, der Bestand stieg bis 2020 exponentiell auf 199 Paare in 29 Kolonien an. Die bisher 1.180 Bruten wurden in der Hälfte der 26 Kantone gefunden. Der südwestliche Teil des Landes mit den Kantonen Genf, Waadt und Wallis beherbergte 90 % der Bruten. Die mittlere Koloniegröße nahm von 2 auf 6,9 Paare zu. Die Brutorte waren im Mittel 3,1 Jahre besetzt. Die meisten Bruten lagen unter 800 m ü. NN, die Hälfte unter 500 m ü. NN, vereinzelt wurden höhere Gebiete bis maximal 1.250 m ü. NN besiedelt. Die meisten Brutorte lagen in Kiesgruben (50 %), gefolgt von Wiesen-Weiden-Habitaten mit Anrissen (38 %), Steilufern von Gewässern (6,6 %), Steinbrüchen (5,3 %) und Baustellen (1,3 %). Die Besiedlung, Ausbreitung und Bestandszunahme der wärmeliebenden Art in der Schweiz sind vermutlich auf den Temperaturanstieg um 2 °C zwischen 1864 und 2017 zurückzuführen, ähnlich wie im übrigen Mitteleuropa. Innerhalb der Schweiz liegen die Brutvorkommen in den wärmsten und trockensten Regionen. Die besiedelten Lebensräume bieten Potenzial für einer weitere Zunahme und Ausbreitung innerhalb der Schweiz.
Collaboratori