Die Verbreitung der Waldschnepfe in der Schweiz: Erstellung der Verbreitungskarte für den Schweizer Brutvogelatlas 2013–2016
Riepilogo
Die Verbreitung der Waldschnepfe zeigt eine langfristige Abnahme. Im Rahmen eines vom BAFU lancierten Forschungsprojekts soll unter anderem die aktuelle Verbreitung sowie die Veränderung der Verbreitung der Art in der Schweiz dokumentiert werden. Für den Schweizerischen Brutvogelatlas 2013–2016 erstellten wir eine Karte zur Verbreitung der Waldschnepfe. Abgebildet wurde die geschätzte Vorkommenswahrscheinlichkeit pro Kilometerquadrat. Wir berücksichtigten dabei Meldungen aus vollständigen Beobachtungslisten, Einzelmeldungen der freiwilligen Mitarbeiter der Vogelwarte sowie Daten aus den 2318 im Rahmen der Atlas-Arbeiten bearbeiteten Kilometerquadraten. Nebst Präsenz-Nachweisen werden auch Absenz-Nachweise benötigt, um ein realistisches Verbreitungsmodell einer Art zu erhalten. Aus den vollständigen Beobachtungslisten und den Kartierdaten ergibt sich direkt eine Angabe zu Präsenz respektive Absenz. Für die Einzelmeldungen konstruierten wir Absenzen aus den Meldungen anderer Nachtvogelarten. Für die Auswertung verwendeten wir ein Site- Occupancy Model, welches wir mit einer Funktion zur Modellierung der räumlichen Autokorrelation ergänzten. So wird direkt berücksichtigt, dass Gebiete mit Vorkommen der Waldschnepfe üblicherweise räumlich geklumpt sind. Ein Site-Occupancy Model berücksichtigt zudem, dass eine anwesende Waldschnepfe nicht immer auch tatsächlich gefunden wird. Als räumliche Einheit verwendeten wir ein Kilometerquadrat. Als erklärende Variablen berücksichtigten wir 16 Umwelt-Kovariablen, welche wir schrittweise eliminierten. Übrig blieben zehn Kovariablen mit einem linearen Einfluss und eine Kovariable (Meereshöhe) mit einem quadratischen Einfluss auf die Vorkommenswahrscheinlichkeit der Waldschnepfe. Das Vorkommen der Art in der Schweiz konzentriert sich auf Jura und Alpennordflanke. Im Jura nimmt die Vorkommenswahrscheinlichkeit von West nach Ost ab. Auch Zentralalpen und Alpensüdflanke sind besiedelt, allerdings kommt die Art in diesen Regionen als Brutvogel seltener vor.