PUBBLICAZIONI

Punktesystem Biodiversität der IP-Suisse – Stand und Entwicklung der Labelbetriebe

Wunderlin, Judith; Birrer, Simon
Lingua
ger
Anno di pubblicazione
2013

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Riepilogo

Die IP-Suisse verpflichtet ihre Produzenten seit 2008, das Punktesystem Biodiversität für ihren Betrieb auszufüllen und eine Mindestpunktzahl zu erreichen (www.ipsuisse.ch). Die 2012 in der IP-Suisse Datenbank erfassten Datensätze wurden von der Schweizerischen Vogelwarte Sempach einer Plausibilitätskontrolle unterzogen. Nach der Kontrolle wurden die Angaben von insgesamt 9‘524 Betrieben bezüglich erreichter Punktzahl und Erfüllung vorgeschlagener Leitlinien ausgewertet. Von 4‘852 Betrieben konnten die Daten direkt mit denjenigen von 2010 verglichen werden.
Die zu erreichende Punktezahl für 2013 (17 Punkte) wurde im Jahr 2012 von zwei Dritteln der Landwirte erfüllt. Auch die Biodiversitäts-Leitlinien wurden mehrheitlich erfüllt. Eine klare Mehrheit (77 %) der erfassten Betriebe wies zum Beispiel einen Anteil ökologischer Ausgleichsflächen (Ökoflächen, öAF) von mindestens 9 % ihrer landwirtschaftlichen Nutzfläche (LN) aus (anstelle der nach ÖLN obligatorischen 7 %).

Ackerbauliche Gunstlagen wiesen immer noch ein grosses Defizit an Ökoflächen aus. Von den Betrieben mit über 50 % Ackerland erreichten nur 10,6 % den angestrebten Anteil von mindestens 3 % Ökoflächen auf Ackerland. Im Vergleich zu Ökoflächen auf Dauergrünland wurden deutlich weniger Ökoflächen auf Ackerland angelegt. Grossflächige Ökoflächen auf Ackerland waren auch 2012 noch viel seltener als grosse Ökoflächen auf Dauergrünland.
Betreffend Verteilung der Ökoflächen auf Tal- und Bergzonen sollten vor allem Betriebe der Bergzonen I+II mit Flächen in der Talzone motiviert werden, ihre Flächen vermehrt in der Talzone anzulegen. Grundsätzlich sind die IP-Suisse-Label-Produzenten bezüglich ihrer Biodiversitäts-Leistungen auf einem guten Weg. Im Vergleich zum Jahr 2010 wurden pro Betrieb deutlich mehr Punkte erreicht. Insbesondere die Qualität der Ökoflächen entwickelte sich positiv. In regionalen Weiterbildungen soll spezifisch auf die Bedeutung und das Fehlen grosser Ökoflächen auf Ackerflächen aufmerksam gemacht werden.
Wir gehen davon aus, dass ein Betrieb mit vielen Punkten auch eine grosse Biodiversität aufweist. Die Auswertung der Daten von 133 Landwirtschaftsbetrieben im Schweizer Mittelland konnte diesen Zusammenhang zwischen Punktesystem und Biodiversität nun wissenschaftlich untermauern. Mit ihrer Leistung können Landwirte also kurzfristig die Vorkommen von verbreiteten Arten, aber auch von Arten gemäss Umweltzielen Landwirtschaft, positiv beeinflussen. Ein Einfluss auf Arten der Roten Liste ist zurzeit (noch) nicht nachweisbar.

Collaboratori