Aussterbegeschichte des Steinkauzes in der Schweiz: Eine Datenanalyse der Beringungslisten und Nestkarten zwischen 1900 und 2007
Riepilogo
Der Bestand der Steinkäuze (Athene noctua) ist in Mitteleuropa und in der Schweiz während den letzten 80 Jahren sehr stark zurückgegangen. Inzwischen erholen sich die Bestände in einigen Kantonen wieder, z.B. in Genf, Tessin und Jura. In der gesamten Schweiz leben heute ca. 121 Brutpaare, während anfangs 21. Jahrhundert nur noch 50 bis 60 Paare gezählt wurden.
Die vorliegende Bachelorarbeit dokumentiert den Verlauf der Gelege- und Brutgrösse des Steinkauzes in der Schweiz seit 1900 anhand von Archivdaten aus der Beringungszentrale der Vogelwarte Sempach. Die handgeschriebenen Archivdaten wurden in digitaler Form umformatiert. Sie bieten eine Übersicht über die Anzahlen der Grössen der Gelege und Bruten. Da die Beringungszentrale in 2007 auf eine digitale Datenbank umstieg, decken die Beringungslisten den Zeitraum von 1914 bis 2007 und die Nestkarten von 1902 bis 1985 ab. Wichtige Steinkauz-Gebiete, die näher auf ihre Funde untersucht wurden, sind das Gürbetal (BE) und Kanton Genf.
Die Gesamtübersicht der Beringungslisten und Nestkarten zeigt eine jährliche Zunahme der Bruten um 0.01 Jungvögel. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden weniger Steinkauznestlinge pro Nest registriert als in den 60er und 70er Jahren, wo der Bestand zurückging. Auch wurden in den 70er bis 90er Jahren die grössten Bruten mit Nester von sechs bis sieben Jungvögel beobachtet.
Obwohl in den vergangenen 80 Jahren ein deutlicher Rückgang der Steinkäuze festgestellt wurde, kann dieser nicht auf die Gelege- oder Brutgrössen zurückgeführt werden. Diese zeigen keine auffälligen Veränderungen, die zum Rückgang in den 60er und 70er geführt haben könnten. Für dieser Rückgang sind andere Faktoren verantwortlich. Ausserdem lässt sich sogar eine Zunahme der Gelegen und Bruten erkennen in den restlichen Gebieten, die nicht das Gürbetal oder Genf umfassen.
Durch die rapide Siedlungsausbreitung und die laufende Intensivierung der Landwirtschaft wird dem Steinkauz vor allem das Nahrungsangebot geschmälert und manche verlassen ihr vertrautes Territorium. Schleichende Veränderungen scheinen den Kauz jedoch weniger zu vertreiben, während plötzliche und intensive Veränderungen den Steinkauz dazu bewegen können sein Territorium zu verlassen. Es ist also erstaunlich, dass trotz diesen Landschaftsveränderungen viele grössere Gelegeund Brutgrössen zwischen den 70er und 90er Jahren dokumentiert wurden.
Es ist hervorzuheben, dass der Bruterfolg der Brutpaare nicht der einzige Grund für den Rückgang des Steinkauzes in der Schweiz sein kann.
Collaboratori