Abstract
Biodiversitätsfördernde Massnahmen auf Ackerflächen sind im Berggebiet noch nicht etabliert. Der Bergackerbau könnte sich zur Biodiversitätsförderung aber durchaus eignen, da ein grosser Anteil biologisch bewirtschaftet wird, die Parzellen häufig deutlich kleiner sind als in der Tal- und Hügelzone und zudem auch noch wertvolle Strukturen wie beispielsweise Terrassenböschungen vorhanden sind. Zudem sind die Böden weniger produktiv, was eine lückigere Vegetation fördern kann.
Der offene Talboden im Val Müstair entspricht dem Lebensraum der Feldlerche. Im Rahmen einer Untersuchung der Kulturlandvögel im Val Müstair 2020 fiel auf, dass der Bodenbrüter stark zurückgegangen ist und nur noch in den Ackerbauflächen bei Müstair nachgewiesen werden kann. Mit dem Ziel, den Feldlerchenbestand im Talboden zu erhalten und zu fördern, wurde in Zusammenarbeit mit dem Naturpark Biosfera Val Müstair und einem interessierten Landwirt Fördermassnahmen im Rahmen eines Pilotversuches im Bio-Bergackerbau ausprobiert. Mit dem Ziel, eine lückige Vegetationsstruktur im Getreide für Nestanlage und Nahrungssuche sowie eine bessere Nahrungsgrundlage (Insekten) zu erreichen, wurden die Fördermassnahmen «Getreide in weiter Reihe» und «Ackerschonstreifen» umgesetzt. Es zeigte sich, dass wegen dem hohen Unkrautdruck die gewünschte Lückigkeit in der Weitsaat nicht erreicht werden konnte. Mit Anpassungen in der Weitsaat sollte das Ziel erreicht werden, insbesondere auch in der zweiten Hälfte der Brutsaison optimale Bedingungen für die Feldlerche zu erreichen.
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