Liste der kantonal prioritären Vogelarten in Graubünden: Grundlagen für den Vogelschutz im Kanton
Abstract
Basierend auf verschiedenen nationalen Grundlagen und ergänzend zur vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) neu veröffentlichten Liste der National Prioritären Arten (NPA) wurde für den Kanton Graubünden eine Liste der kantonal prioritären Vogelarten erstellt, welche über den Link im PDF als Excel-Liste eingesehen werden kann. Sie zeigt auf, welche Bedeutung die regionalen Bestände für den Erhalt der jeweiligen Art in der Schweiz haben und wo Handlungsbedarf auf verschiedenen Ebenen besteht. Diese Liste bildet eine wichtige Grundlage für die strategische Ausrichtung des Vogelschutzes im Kanton. Das Vorgehen orientiert sich an den etablierten nationalen Methoden, wobei besonderes Gewicht auf Prioritätsarten Artenförderung sowie auf Arten mit schweizweit bedeutenden Vorkommen im Kanton Graubünden gelegt wurde.
Insgesamt wurden 48 Vogelarten als kantonal prioritär für Graubünden eingestuft. Sechs davon erhielten eine hohe kantonale Priorität: Auerhuhn, Bartgeier, Wachtelkönig, Flussuferläufer, Weissrückenspecht und Braunkehlchen. Ihre Bestände in Graubünden sind im nationalen Vergleich besonders hoch und sie sind auf spezifische Artenförderung angewiesen. Weitere 25 Arten wurden als von mittlerer kantonaler Priorität und 17 als von geringer kantonaler Priorität eingestuft. Die Analyse verdeutlicht, dass Graubünden für viele gefährdete Brutvogelarten eine Schlüsselrolle spielt, vor allem für Arten alpiner Lebensräume sowie für typische Vertreter des Kulturlands und der Wälder. Von den 35 nationalen Prioritätsarten Artenförderung kommen 24 im Kanton vor. Zusätzlich leben hier 15 weitere national prioritäre Arten. Für Gastvögel hingegen ist der Kanton von untergeordneter Bedeutung.
Die kantonale Priorisierung bildet eine zentrale Grundlage für die gezielte Ausrichtung künftiger Schutzmassnahmen. Dennoch bleibt es wichtig, bei Planungsprozessen alle Vogelarten zu berücksichtigen und laufende Fördermassnahmen für alle Arten weiterzuführen.
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