Mehr Biodiversität dank Biodiversitätsförderflächen in Vernetzungsprojekten
Abstract
Um die Vielfalt von Lebewesen in der Agrarlandschaft zu erhalten und zu fördern, werden verschiedene Massnahmen umgesetzt. Eine davon sind Biodiversitätsförderflächen. Drei Kategorien von Biodiversitätsförderflächen (BFF) werden unterschieden: BFF QI werden mit spezifischen Auflagen biodiversitätsfördernd bewirtschaftet. BFF QII beherbergen zusätzlich bestimmte Zeigerpflanzen und/oder Kleinstrukturen. BFF in Vernetzungsprojekten sind BFF QI oder BFF QII, werden aber von mehreren Bewirtschafterinnen und Bewirtschaftern sowie weiteren Expertinnen und Experten mit Blick auf die gesamte Landschaft gezielt angelegt. Wie wirksam sind diese drei verschiedenen Kategorien bei der Förderung der Biodiversität? Daten des nationalen Monitoringprogramms «Arten und Lebensräume Landwirtschaft – Espèces Milieux Agricoles» (ALL-EMA) zeigten, dass die Vielfalt von Pflanzenarten auf allen BFF deutlich höher war als auf normal bewirtschafteten Flächen; besonders hoch war sie in BFF QII und in BFF in Vernetzungsprojekten. Grossräumig betrachtet, d.h. in Landschaften von 1 km², profitierte die Artenvielfalt der Pflanzen bis zu einer bestimmten BFF-Gesamtfläche insbesondere von einem hohen Anteil der BFF QII an der BFF-Gesamtfläche, darüber von einer möglichst grossen Gesamtfläche aller BFF-Kategorien. Die Artenvielfalt der Tagfalter und Brutvögel war am höchsten, wenn ein hoher Anteil einer möglichst grossen BFF-Gesamtfläche in Vernetzungsprojekten angelegt wurde. Der Aufwand für BFF QII und die Umsetzung von Vernetzungsprojekten zeigte für die Biodiversität in der Agrarlandschaft eindeutig Wirkung.
Key words: butterfly, ecological focus area, farmland bird, plant, species richness