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Ressourcenschonende Massnahmen im Ackerbau zur Förderung der Biodiversität – Schlussbericht 2023 Kurzversion: Ein Ressourcenschutzprojekt nach Art. 77a und 77b LwG

Zellweger-Fischer, Judith; Streit, Bernhard; Kilchenmann, David; Zurbrügg, Corinne; Blösch, Sina; Knop, Eva
Language
ger
Year of publication
2023

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Abstract

Im intensiv genutzten Ackerland liegt die heutige landwirtschaftliche Nutzung vielerorts über der ökologischen Tragfähigkeit der Ökosysteme. Der Schutz der natürlichen Ressourcen ist jedoch von zentraler Bedeutung. Die Forschung steht gemeinsam mit der landwirtschaftlichen Praxis vor der grossen Herausforderung, innovative Produktionssysteme zu entwickeln, welche genügend hohe Erträge sichern, keine Schädigung der natürlichen Ressourcen zur Folge haben, die Ökosystemdienstleistungen verbessern und es typischen Arten des Kulturlands ermöglichen, sich auch auf Produktionsflächen wieder erfolgreich fortzupflanzen (Phalan et al. 2011). Ziel dieses Projekts war es deshalb, in den Hauptanbaukulturen Weizen und Mais erfolgsversprechende, ressourcenschonende und gleichzeitig biodiversitätsfördernde Produktionsmassnahmen grossflächig umzusetzen und ihre agronomischen und ökologischen Wirkungen zu untersuchen. Die Massnahmen sollen unter Nutzung der neuesten Maschinentechnologie zu einer ökologischen Optimierung des Ackerbaus beitragen.

Die Massnahme «Weitsaat im Winterweizen» hatte zum Ziel, die Vegetationsstruktur zu öffnen und dadurch die funktionelle Biodiversität und Bodenbrüter zu fördern. Gleichzeitig sollte die Projekt-Weitsaat Ertrag und Qualität des Weizens nicht mindern. Während des Projektes wurde auf gesamthaft 15 Betrieben 326 ha Weitsaat angebaut. Mit der Massnahme «Mais mit Untersaat» wurde beabsichtigt, zwischen den Maisreihen Vegetation zu schaffen, um Erosion zu mindern und gleichzeitig die Fortpflanzungsbedingungen von Feldlerchen und Arthropoden zu verbessern. Die Massnahme wurde von total 13 Betrieben auf 56 ha umgesetzt.

Die ökologische Wirkungskontrolle der «Weitsaat im Winterweizen» zeigte positive Effekte auf die funktionelle Biodiversität. Die Aktivitätsdichte der Arthropoden, die Spinnendiversität und die Abundanz grosser Laufkäfer war in den weiten Reihen höher als in den Kontrollbereichen (Abb. 13). Fressleistungsexperimente ergaben eine höhere Fressleistung durch räuberische und samenfressende Laufkäfer in den Weitsaatbereichen (Abb.14). Feldlerchen legten ihre Nester bevorzugt in den weiten Reihen an – und zwar insbesondere in den breiteren weitgesäten Bereichen von mind. 37 cm Reihenabstand. Nebst diesen ökologischen Parametern wurden auch die agronomischen und betriebswirtschaftlichen Auswirkungen (Erträge, Verunkrautung, Arbeitsaufwand, etc.) der Massnahmen evaluiert. Im Weizen bewegen sich die Erträge der Weitsaat im Rahmen üblicher, jährlicher Schwankungen. Mykotoxinwerte wichen nicht von konventionell bewirtschafteten Kontrollfeldern ab (Abb.5). Somit ergeben sich aus diesem Weitsaatmuster Vorteile für die funktionelle Biodiversität und die Feldlerche, bei minimalen Ertragseinbussen. Das Risiko einer starken Spätverunkrautung ist allerdings hoch. Dies verursacht Folgekosten für zusätzliche Unkrautbekämpfungsmassnahmen nach der Standdauer der Kultur. Für eine umfassende Förderung der Biodiversität und insbesondere der UZL-Arten empfehlen wir aber eine deutliche Extensivierung der Weitsaat. Die Weiterführung dieser Massnahme auf nationaler Ebene ist gegeben durch die Einführung des BFF-Typs «Getreide in weiter Reihe».

Für die Massnahme «Mais mit Untersaat» wurden Anbauvarianten und Empfehlungen in einem Praxistransfer festgehalten. Erste Sichtungen der Daten deuten auch für diese Massnahme auf eine erhöhte funktionelle Biodiversität hin. Die Umsetzung dieser Massnahme erwies sich als sehr anspruchsvoll und wurde zu einer streifigen Untersaat angepasst aufgrund starker Verunkrautung oder zu dominant wachsender Untersaat. Der Ertragsverlust bei dieser Massnahme betrug durchschnittlich rund 10 Prozent (Abb. 7). «Mais mit Untersaat» bedingt eine vertiefte anbautechnische Beratung, viel Erfahrung sowie eine genaue Beobachtung der Kulturentwicklung. Bei früher Etablierung der Untersaat sind nach aktuellem Kenntnisstand deutliche Ertragseinbussen nicht zu vermeiden.

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