Abstract
Die Benutzenden der Citizen-Science-Plattform ≪ornitho.ch≫ wurden im Januar 2022 dazu aufgerufen, Kollisionen von Vogeln mit Glas in der Schweiz zu melden. Bis Ende Januar 2024 gingen auf dieser Plattform Meldungen von 246 Glaskollisionen von 64 Vogelarten ein. Das haufigste gemeldete Opfer war der Sperber, gefolgt von Haussperling, Buchfink, Rotkehlchen und Singdrossel. Kollisionen wurden relativ gleichmassig ubers Jahr verteilt dokumentiert, mit hoheren Anteilen der ziehenden Arten wahrend den Zugzeiten, von Teilziehern im Winter und von Haussperlingen im Sommer. 18 % der Kollisionsmeldungen mit Angaben zur Flachengrosse betrafen kleine Glasflachen von weniger als 1 m2, darunter auch Meldungen zu Kollisionen von grosseren Arten wie Sperber und Misteldrossel. Die gemeldeten Daten sind keine reprasentative Stichprobe der Vogelkollisionen mit Glas in der Schweiz. Trotzdem zeigen sie das breite Artenspektrum, das von der Problematik betroffen ist. Vom Menschen verursachte direkte Todesursachen wie Hauskatzen, Glas, Verkehr, Licht, Windkraft, Kabel, Jagd, Wilderei und weitere kumulieren sich, werden in Zukunft weiter zunehmen und stellen potenziell eine populationsrelevante Gefahr dar. VermeidbareTodesfalle sollten daher wo immer moglich verhindert werden. Gegen Glaskollisionen helfen bauliche Massnahmen, wie etwa die Vermeidung von grossen, stark spiegelnden und transparenten Glasflachen und die Verwendung geprufter Vogelschutzmarkierungen. In der Pflicht stehen sowohl Privatpersonen als auch institutionelle Immobilienbesitzer und die offentliche Hand.
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