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Zwischenbericht Pilotprojekt Grauspecht 2021

Carlotti, Sandro; Grüebler, Martin; Pasinelli, Gilberto
Language
ger
Year of publication
2022

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Abstract

Die heimischen Bestände des Grauspechts (Picus canus) haben seit den 2000er-Jahren um ca. zwei Drittel abgenommen. Aufgrund mangelnder Kenntnisse der Ökologie des Grauspechts ist es jedoch noch nicht möglich, Massnahmen zum Artenschutz zu ergreifen. Deshalb erforscht die Schweizerische Vogelwarte mit einer detaillierten Studie die Habitatansprüche und Brutbiologie des Grauspechts. Im Pilotjahr 2021 wurden 24 Grauspechte besendert und teilweise bis über ihre Brutzeit hinaus telemetriert. Wir konnten zwei verschiedene Methoden zur Senderbefestigung (Tailmount-Methode und Legloop-Methode) auf ihre Eignung für Grauspechte testen und sind zum Schluss gekommen, dass die Tailmount-Methode besser geeignet ist. Um die Habitatnutzung der besenderten Grauspechte zu analysieren, haben wir die Spechte regelmässig per Radiotelemetrie geortet, die genutzten Habitatstrukturen nach etabliertem Protokoll aufgenommen und eine Habitatkartierung in sechs Brutrevieren durchgeführt. Die Aktionsräume der Spechte waren sehr unterschiedlich gross (zwischen 58 und 254 ha) und wiesen einen Waldanteil von 49 bis 68 % auf. Die meistbesuchten Bäume waren Eichen (Quercus sp.) und Buchen (Fagus sylvatica) mit einem relativen Anteil von 27 und 22 % an allen genutzten Baumarten. Obwohl stehendes Totholz einen geringen Teil der Bäume in den Aktionsräumen ausmachte, war rund um Präsenzpunkte (bestätigter Aufenthaltspunkt eines Grauspechts) doppelt so viel stehendes Totholz vorhanden wie rund um Absenzpunkte (zufällig gewählte Kontrollpunkte). Dank der Telemetrie konnten auch Daten zur Höhlenökologie und Brutbiologie der Grauspechte erhoben werden, indem zwölf Schlafhöhlen und elf Bruthöhlen ausfindig gemacht wurden. Die Grauspechthöhlen befanden sich bis auf eine Ausnahme in Laubgehölzen, davon am häufigsten in Buchen. Von den elf Bruten waren acht erfolgreich. Die durchschnittliche Gelegegrösse der Grauspechtbruten betrug sieben Eier. Die Daten und Resultate des Pilotjahres 2021 stellen eine fundierte Grundlage für weiterführende Studien dar und geben erste Hinweise auf mögliche Habitatstrukturen, welche für den Grauspecht essenziell sein könnten.

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