Förderung Prioritätsarten
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    Wendehals

    Fördermassnahmen für den Wendehals sollen national gebündelt und gestärkt werden.

    Ziele

    • Erhaltung und Förderung der Wendehalsbestände in den Kerngebieten
    • Förderung von Wendehälsen in Potenzialgebieten mit aktuell geringen Dichten
    • Vernetzung der aktuellen Bestände
    • Ermitteln der limitierenden Faktoren und Ausarbeitung von entsprechenden Massnahmen
    • Koordination der Förderaktivitäten in der Schweiz

    Vorgehen

    Das Projekt zur Förderung des Wendehalses soll modulartig umgesetzt werden:

    1. Verbesserung der Kenntnisse über die Verbreitung und den Zustand der Bestände des Wendehalses in der Schweiz

    • Zusammenstellen der bekannten Daten zu Brutbeständen und Bestandsverlauf; Aufzeigen von Lücken, allenfalls spezielle Kartierungen in potenziell geeigneten Flächen.
    • Entwicklung eines GIS-basierten Lebensraumpotenzial-Modells für die Schweiz. Das Modell ist als Entscheidungshilfe für die Förderung gedacht und soll aufzeigen, welche Gebiete für die Art ein hohes landschaftliches Potenzial aufweisen und wo die Förderprojekte ansetzen sollten.

    2. Koordination und Verstärkung der nationalen und regionalen Förderung des Wendehalses

    • Zusammenarbeit mit dem SVS/BirdLife Schweiz und lokalen Ornithologinnen und Ornithologen bei der Umsetzung von Förderprojekten in ausgewählten Projektgebieten mit einem hohen Lebensraumpotenzial für den Wendehals.
    • Ermitteln der limitierenden Faktoren und Verbesserung der Lebensraumqualität mit entsprechenden Fördermassnahmen.

    Organisation regelmässiger Treffen und Informationsaustausch zwischen den Spezialistinnen und Spezialisten.

    Bedeutung

    Mit diesem Artenförderungsprojekt sollen die Gebiete mit aktuellen Wendehalsbeständen miteinander vernetzt werden. Dies ist für die langfristige Erhaltung der Art in der Schweiz von Bedeutung. Von den Fördermassnahmen für den Wendehals profitieren indirekt auch andere stark gefährdete Vogelarten wie etwa Wiedehopf oder Gartenrotschwanz.

    Ergebnisse

    Im Rahmen des Forschungsprojekts der Schweizerischen Vogelwarte und der Abteilung Conservation Biology der Universität Bern im Wallis wurden wichtige ökologische Grundlagen für die Förderung des Wendehalses erarbeitet. Wendehalsreviere sind durch eine hohe Dichte an Ameisennestern, einem grossen Angebot an Bruthöhlen und einem bedeutenden Anteil an offenen Bodenstellen charakterisiert. Mit einem grossen Angebot an künstlichen Nisthöhlen in geeigneten Lebensräumen konnte die Art im Wallis, in weiteren Gebieten der Westschweiz (Genf, Waadt, Region Neuenburger- und Bielersee) sowie in der Bündner Herrschaft durch die Initiative von lokalen Naturschutzvereinen und Ornithologinnen und Ornithologen bereits erfolgreich gefördert werden.

    Weitere Informationen sind im Newsletter Wiedehopf-Wendehals zu finden.

    Projektleitung

    Michael Lanz, Michael Schaub, Reto Spaar

    Partner

    Lokale Ornithologinnen und Ornithologen
    Bundesamt für Umwelt BAFU
    Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz

    Donatoren

    Stiftung Yvonne Jacob
    Ella und J. Paul Schnorf Stiftung
    Rudolf und Romilda Kägi-Stiftung

    Publikationen

    Van Wijk, R.E., G. Souchay, S. Jenni-Eiermann, S. Bauer, M. Schaub (2016):
    No detectable effects of lightweight geolocators on a Palaearctic-African long-distance migrant.
    Van Wijk, R. E., M. Schaub, D. Tolkmitt, D. Becker & S. Hahn (2013):
    Short-distance migration of Wrynecks Jynx torquilla from Central European populations.
    Tagmann-Ioset, A., M. Schaub, T. S. Reichlin, N. Weisshaupt & R. Arlettaz (2012):
    Bare ground as a crucial habitat feature for a rare terrestrially foraging farmland bird of Central Europe.
    Weisshaupt, N., R. Arlettaz, T. S. Reichlin, A. Tagmann-Ioset & M. Schaub (2011):
    Habitat selection by foraging Wrynecks Jynx torquilla during the breeding season: identifying the optimal habitat profile.
    Coudrain, V., R. Arlettaz & M. Schaub (2010):
    Food or nesting place? Identifying factors limiting Wryneck populations.
    Schaub, M., N. Zbinden, N. Martinez, M. Maurer, A. Ioset, R. Spaar, N. Weisshaupt & R. Arlettaz (2008):
    Vögel brauchen lückige Vegetation zur Nahrungssuche. Faktenblatt