Artenförderung Gartenrotschwanz im Oberthurgau und in Muolen SG: Gemeinsames Förderprojekt der Kantone Thurgau und St. Gallen und der Schweizerischen Vogelwarte – Bericht 2023
Abstract
Im Grenzgebiet der Kantone Thurgau und St. Gallen befindet sich in der Region um die Gemeinden Egnach und Muolen noch eines der wenigen Gartenrotschwanz-Vorkommen im Schweizer Mittelland. In einem gemeinsamen Projekt der Kantone Thurgau und St. Gallen, der Gemeinde Muolen und der Schweizerischen Vogelwarte soll seit 2017 zusammen mit Landwirten und Landwirtinnen der Gartenrotschwanz-Bestand erhalten und die Lebensraumbedingungen für die Art verbessert werden.
2018 starteten die Beratungen der Landwirte und erste Fördermassnahmen wurden umgesetzt. Inzwischen beteiligen sich 34 Landwirte aus dem Projektgebiet. Wie gut sich die Massnahmen eignen, um den Bestand zu fördern, zeigen wir anhand der Erfahrungen aus sechs Jahren auf.
In den Hochstamm-Obstgärten fehlt es für den Gartenrotschwanz häufig an geeigneten Nahrungsflächen mit einem steten Angebot an kurzer Vegetation oder offenen Bodenstellen. Mit der Massnahme «Eingrasen» fördern wir eine gestaffelte Bewirtschaftung der Wiesen in den Obstgärten mit dem Ziel, ein Mosaik an hoher und niedriger Vegetation auf kleinem Raum zu erreichen. Nisthilfen werden vom Gartenrotschwanz angenommen, sofern geeigneter Lebensraum vorhanden ist. Die Gartenrotschwänze besiedeln oft abwechslungsreiche Baumbestände und sind weniger in grossflächigen, sehr einheitlichen Hochstamm-Obstgärten zu finden. Mit weiteren Massnahmen (z.B. Pflanzen von Wildsträuchern, Erhalt von Biotopbäumen, Anlage von Blumenwiesen und Rückzugsstreifen) soll die Strukturvielfalt und die Biodiversität im Allgemeinen gefördert werden.
Der Bestand des Gartenrotschwanzes ging zu Beginn des Projekts zunächst noch zurück, hat ab 2019 aber stetig zugenommen und lag 2023 bei 31 Revieren. 2023 wurden einige weitere Vogelarten systematisch kartiert. Die Ergebnisse werden im Bericht vorgestellt.
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