Artenförderung Kiebitz in der Wauwiler Ebene, Kanton Luzern: Jahresbericht 2024
Abstract
Der Kiebitz wird auf der Roten Liste der Brutvögel als stark gefährdet (EN, endangered) eingestuft. Rund 200 Brutpaare lassen sich Jahr für Jahr in der Schweiz nieder, um ihre Jungen grosszuziehen. Der kleine Bestand und der ungenügende Bruterfolg sind die Hauptgründe dafür, dass die Art als Brutvogel in der Schweiz vom Aussterben bedroht ist.
Die Wauwiler Ebene LU ist eines der wichtigsten Brutgebiete der Schweiz. Seit 2005 setzt die Schweizerische Vogelwarte in Zusammenarbeit mit den Landwirtinnen und Landwirten, Gemeinden und Behörden gezielte Schutz- und Fördermassnahmen um und stellt deren wissenschaftliche Begleitung sicher.
2024 war für die Kiebitze in der Wauwiler Ebene ein sehr gutes Brutjahr. Mit 47 Brutpaaren liessen sich mehr Brutpaare nieder als noch im Vorjahr (2023: 44 Brutpaare). Aus 72 Gelegen schlüpften mindestens 143 Küken, wovon mindestens 56 das flugfähige Alter erreichten. Dies entspricht einem Bruterfolg von 1,19 flüggen Jungvögeln pro Brutpaar. Dieser Wert liegt deutlich über dem angestrebten Wert von 0,8 flüggen Küken pro Brutpaar, der für den Erhalt des Bestands erforderlich ist. Es handelt sich um das viertbeste Ergebnis seit Beginn des Förderprojekts.
Das erste Halbjahr 2024 war überdurchschnittlich niederschlagsreich und die Kiebitze fanden ideale Bedingungen vor. Etliche Felder waren bis in den Juni hinein zeitweise überschwemmt und die Bewirtschaftung der Flächen konnte in vielen Fällen nicht wie vorgesehen durchgeführt werden. Bemerkenswert ist, dass der gute Bruterfolg trotz eines schlechten Saisonstarts erreicht wurde. Zu Beginn war der Prädationsdruck hoch und etliche Erstgelege wurden durch Füchse gefressen. Der Erfolg ist vor allem auf den hohen Schlupferfolg und das gute Überleben der Küken aus Ersatzbruten zurückzuführen. Erwähnenswert ist ein äusserst spätes Gelege, aus dem am 5. Juli 2024 noch drei Küken schlüpften.
Das Feldteam war für die Feldarbeiten, wenn immer möglich mit dem Velo im Gebiet unterwegs. So wurden die mit dem Auto zurückgelegten Fahrkilometer im Vergleich zum Vorjahr um 23% reduziert.
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