Das Haselhuhn in der Schweiz 2025: Situation, Handlungs- und Forschungsbedarf
Abstract
Das Haselhuhn ist in der Schweiz vor allem in den Alpen und im westlichen Jura verbreitet. Im Mittelland tritt es selten auf, aber das war höchstwahrscheinlich auch früher schon so. Die Populationsgrösse wird auf ca. 3500–5000 Paare geschätzt. Das Verbreitungsgebiet hat sich während den letzten 30 Jahren vor allem im Jura verändert. Im östlichen und zentralen Jura (Kantone Basel-Landschaft, Solothurn, Bern und Jura) ist das Haselhuhn mittlerweile zu einer Ausnahmeerscheinung geworden. Die Ursachen für diesen Rückgang im Jura sind nicht erforscht. Sehr wahrscheinlich sind sie aber vor allem auf Veränderungen in der Struktur der Wälder zurückzuführen.
Aus gesamtschweizerischer Sicht ist aktive Haselhuhn-Förderung in erster Linie im Jura sinnvoll, in zweiter Priorität bzw. aus regional-kantonaler Sicht auch in den Alpen. Zweckmässige Fördermassnahme ist vor allem die Verbesserung der Waldstruktur mit geeigneten forstlichen Massnahmen. Fallweise können auch Massnahmen gegen zu viel Störung sinnvoll sein. Bei den waldbaulichen Massnahmen besteht das Ziel vor allem darin, Nadelbaumarten sowie Beeren- oder Kätzchen-tragende Sträucher zu fördern. Erstere sind wichtig, weil sie Deckung bzw. Sichtschutz bieten, und letztere bieten die essenzielle Nahrung im Winter. Zusätzlich zur Förderung des Haselhuhns im Jura und lokal allenfalls auch in den Alpen braucht es eine neue Methode, um Haselhühner auch ohne zusammenhängende Schneedecke auf kleinen und mittleren Flächen nachzuweisen. Die Methode mit dem grössten Potenzial ist dabei der Einsatz von Akustikloggern sowie von Soft-ware, die auf den von den Loggern produzierten Tondokumenten Haselhahn-Gesänge suchen kann.
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