Punktesystem Biodiversität der IP-Suisse: Stand und Entwicklung der Labelbetriebe bis 2024
Abstract
Seit 2008 füllen die Landwirtschaftsbetriebe, welche ihre Produkte in den IP-Suisse-Labelkanal liefern, das Punktesystem Biodiversität aus. Dieses System erlaubt eine transparente Erfassung und Bewertung der Biodiversitätsfördermassnahmen auf den Betrieben und hat sich seither als ein zentrales Instrument zur Förderung der biologischen Vielfalt etabliert. Periodisch wertet die Schweizerische Vogelwarte die Angaben der Landwirtschaftsbetriebe vertieft aus. Die Landwirtschaftspolitik des Bundes erfuhr im Frühling 2024 unvorhergesehene Änderungen, welche auch Auswirkungen auf die IP-Suisse hatten. Deshalb hat die IP-Suisse die Vogelwarte beauftragt, nach dem Bericht von 2023 (Birrer 2023), bereits 2024 einen weiteren Bericht über den Stand und die Entwicklung des Punktesystems anzugehen.
Die Ergebnisse zeigen, dass die IP-Suisse-Betriebe weiterhin eine Vorreiterrolle im Biodiversitätsmanagement einnehmen. Trotz der unerwarteten politischen Änderungen hält die IP-Suisse an ihren ambitionierten Zielen fest. Der Vorstand beschloss, das Ziel von 5 % Biodiversitätsförderflächen (BFF) auf Ackerland beizubehalten, dieses jedoch freiwillig zu gestalten. Auch die Massnahme «Getreide in weiter Reihe» wird weiterhin anerkannt, sofern sie als Typ 16 (kantonal) angemeldet ist oder in IP-Qualität umgesetzt wird. Darüber hinaus gilt ab 2026 die neue Leitlinie, wonach jeder Betrieb mindestens 9 % BFF aufweisen muss.
Die Analyse für 2024 zeigt erfreuliche Fortschritte, insbesondere bei der Steigerung der durchschnittlichen Punktezahl, die inzwischen bei über 20 Punkten liegt – weit über dem Mindestwert von 15 Punkten. Besonders positiv hervorzuheben ist der kontinuierliche Anstieg von BFF in IPS-Qualität, die mittlerweile fast 8 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche ausmachen. «BFF in IPS-Qualität» sind besonders hochwertige Flächen wie BFF der Qualitätsstufe II, Buntbrachen, Säume auf Ackerland usw. Diese Flächen tragen entscheidend zur Förderung gefährdeter Arten und zur ökologischen Aufwertung der Betriebe bei.
Gleichzeitig bleibt in einigen Bereichen Handlungsbedarf bestehen. Insbesondere das Ziel von 5 % Acker-BFF in IPS-Qualität ist noch nicht erreicht. Gleichzeitig gibt es ein hohes Potential zur Aufwertung der BFF, denn es gibt eine relativ hohe Anzahl von IPS-Betrieben, die wenig oder gar keine hochwertigen BFF umsetzen. Um die Ziele zu erfüllen, bedarf es auch der Unterstützung durch Marktpartner, damit die ökologischen Mehrleistungen der Betriebe angemessen honoriert werden.
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