Zwischenbilanz zur Umsetzung des Aktionsplans Mittelspecht Schweiz 2008–2016
Abstract
Der «Aktionsplan Mittelspecht Schweiz» wurde 2008 publiziert. Im vorliegenden Dokument wird eine Zwischenbilanz zu seiner Umsetzung gezogen.
Im Rahmen des Programms «Artenförderung Vögel Schweiz» und in Zusammenarbeit mit Pro Quercus wurde den Kantonen Beratung angeboten, und sie wurden bei der Erarbeitung von Kursangeboten unterstützt. Die Fortführung dieser Kursangebote und die Stärkung der Beratungstätigkeit sind wichtig.
Alle Kantone mit Mittelspecht-Vorkommen haben Projekte zur Förderung von Eichen und/oder Mittelspecht. Die NFA-Beiträge haben sich als Instrument bei der Förderung der Eichenwälder grundsätzlich bewährt. Es ist jedoch keine landesweite Übersicht über die Fläche der neu begründeten Eichenjungbestände, der Mischbestände, in welchen Eichen gefördert werden, und des Umfangs an Eichennutzungsverzicht im Rahmen der NFA-Programmvereinbarungen verfügbar. Ob die im Rahmen des NFA gesetzten Anreize genügen, um den Lebensraum des Mittelspechts und unzähliger weiterer Arten langfristig zu erhalten, kann somit nicht beurteilt werden. Unabhängig vom NFA existieren in mehreren Kantonen kantonal finanzierte Projekte zur Eichenförderung.
Um die Entwicklung der Lebensräume des Mittelspechts sowie die Wirksamkeit der NFA-Beiträge besser beurteilen zu können, sollten in regelmässigen Abständen vergleichbare Zahlen zu Fläche, Altersklassen und Vorrat der Eichenbestände veröffentlicht werden. Unsicherheiten bestehen bei der langfristigen Sicherung der Eichenbestände, da in vielen Regionen nur wenige Neubegründungen von Beständen stattfinden.
Der Markierung und dem Erhalt von Höhlenbäumen wurde bisher wenig Beachtung geschenkt: kein Kanton hat flächenmässig bedeutende Aktivitäten zur Markierung und zum Erhalt von Höhlenbäumen in den Vorkommensgebieten des Mittelspechts unternommen. Durch eine verstärkte Beratung und den Austausch internationaler Erfahrungen soll dies verbessert werden.
Die Wirkungsziele des Aktionsplans wurden weitgehend erfüllt. Der Mittelspechtbestand hat seit Beginn der 00er-Jahre um einen Faktor von geschätzt 2 bis 2,5 zugenommen und beträgt heute 1696–2042 Reviere. Diese Bestandszahl ist nicht direkt mit dem Ziel von 700 Paaren im Aktionsplan vergleichbar, da der damalige Bestand stark unterschätzt wurde. Trotzdem kann dieses Teilziel als erreicht gelten.
Die weiteren Ziele, nämlich die bessere Vernetzung der Vorkommen und die Wiederbesiedlung weiterer geeigneter Standorte, wurden teilweise erfüllt. Eine bessere Vernetzung der bestehenden Vorkommen ist nach wie vor wichtig. Es gibt zudem immer noch von bestehenden Populationen isolierte Gebiete, die ausgedehnte geeignete Lebensräume bereithalten. Durch eine bessere Vernetzung könnte ihre Besiedlung gefördert werden.
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