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Integrierte Populationsmodelle (IPMs)

Die Entwicklung neuer statistischer Modelle ermöglicht es, die Demographie und Dynamik von Vogelpopulationen zu erforschen und damit die Gründe für Populationsschwankungen zu verstehen.

Die Bestandsentwicklung einer Population hängt davon ab, wie viele Individuen überleben, wie viele geboren werden, wie viele zuwandern und wie viele abwandern. Integrierte Populationsmodelle werten verschiedene Datentypen (z.B. Zählungen, Ringfunde, Bruterfolg) gemeinsam aus. Das Ergebnis sind genauere Schätzungen demographischer Prozesse und ein vertieftes Verständnis der Ursachen von Bestandsveränderungen. Die Entwicklung solcher Modelle ist von Interesse an der Schnittstelle zwischen Populationsökologie und Statistik und wertvoll für die Diagnose von Rückgangsursachen bei seltenen Arten.

Bereich Forschung
Ressort Populationsbiologie
Thema Ökologie, Bestandsentwicklung
Lebensraum Hochgebirge, Ackerland, Wald, Wiesen und Weiden, Gewässer, Felsiges Gelände, Halboffenes Kulturland, Siedlungen, Ödland, Feuchtgebiete
Projektstart 2006
Projektstatus laufend
Projektleitung Michael Schaub
Projektregion Schweiz, Europa

Details

Projektziele

Ziel des Projektes ist es, integrierte Populationsmodelle (IPM) zu entwickeln, zu testen und in Fallstudien an ausgewählten Arten anzuwenden, um deren Bestandsentwicklung besser zu verstehen. Es wird ein Erkenntnisgewinn sowohl in der Grundlagenforschung an der Schnittstelle von Populationsökologie und statistischen Wissenschaften als auch in der Anwendung auf einzelne Arten, z.B. zur Optimierung von Naturschutzmassnahmen, angestrebt. Praktisches Wissen über IPM wird in Form von Lehrbüchern und Workshops an andere Forschende weitergegeben.

Vorgehen

Wir entwickeln neue integrierte Populationsmodelle, testen sie mit simulierten Daten und wenden sie in Fallstudien an. Dabei verwenden wir neben unseren eigenen Daten auch solche von anderen Forschenden und werten sie im Rahmen von Zusammenarbeiten aus. Unser Wissen über Theorie und Praxis dieser mächtigen Modellklasse geben wir in Form von wissenschaftlichen Artikeln, Lehrbüchern und Workshops an andere Forschende auf der ganzen Welt weiter.

Bedeutung

Integrierte Populationsmodelle wurden um das Jahr 2000 entwickelt und sind aus der heutigen empirischen Analyse der Populationsdynamik nicht mehr wegzudenken. Es handelt sich dabei um komplexe statistische Modelle, deren Anwendung spezielles Fachwissen erfordert. Die Vogelwarte hat sich zu einem Kompetenzzentrum für integrierte Populationsmodelle entwickelt und viele wichtige Erkenntnisse über das Funktionieren von Vogelbeständen gewonnen.

Ergebnisse

Im Jahr 2022 wurde die gesamte Forschung zu integrierten Populationsmodellen im weltweit ersten Lehrbuch zusammengefasst. Zahlreiche Fallstudien zu verschiedenen Arten wurden in der wissenschaftlichen Literatur veröffentlicht. Daraus ergibt sich die wichtige Erkenntnis, dass Vogelpopulationen oft stark von Zu- und Abwanderung beeinflusst werden, da Vögel ein ausgeprägtes Dispersalverhalten zeigen. Diese Erkenntnis ist für den Schutz wichtig, da sie zeigt, dass zu schützende Einheiten räumlich gross sein müssen, um unabhängig von Prozessen in benachbarten Populationen zu sein.

Projektpartner

Donatoren

Fachpublikationen

Mitarbeitende

Betroffene Vogelarten

Bartgeier
Birkhuhn
Flussseeschwalbe
Habicht
Neuntöter
Rauchschwalbe
Rotkopfwürger
Rotmilan
Steinkauz
Uferschwalbe
Wanderfalke
Wasseramsel
Wendehals
Wiedehopf
Weitere Ressourcen
Website
IPM Book
vogelwarte.ch/ipm
Avinews
New textbook on Integrated Population Models
Avinews
Wie synchron entwickeln sich Rauchschwalbenbestände
Avinews
Geringe Produktion führt zu Bestandsrückgang
Avinews
Fehlende Zuwanderung führt zum Aussterben
Populationsbiologie link
Ressort

Populationsbiologie

Wir erforschen Vogelpopulationen und ihre räumlichen und zeitlichen Veränderungen, die von Überleben, Fortpflanzung und Dispersal beeinflusst werden.

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