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Lebensraumverbundsystem Klettgau

Der Klettgau: Modellregion für Artenvielfalt im Kulturland

Der Schaffhausische Klettgau ist eine offene, durch Acker- und Rebbau geprägte Kulturlandschaft. Das milde Klima begünstigt eine überdurchschnittliche Vielfalt und Dichte an bedrohten Arten des Kulturlands. Die Vogelwarte erfasst seit den 1990er Jahren in drei Kerngebieten die Feldhasen- und Brutvogelbestände. Die Rebberge um Hallau bilden einen weiteren Verbreitungsschwerpunkt vieler gefährdeter Arten. Auch hier erfassen wir die Brutvögel. Zusammen mit lokalen Partnern wurden Lebensräume aufgewertet und eine Modellregion für biodiversitätsfreundlichen Landwirtschaft wurde damit geschaffen.

Bereich Förderung
Ressort Lebensraum Kulturland
Thema Artenförderung, Bestandsentwicklung, Lebensraumförderung, Vögel und Mensch
Lebensraum Ackerland, Halboffenes Kulturland, Wiesen und Weiden
Projektstart 1991
Projektstatus laufend
Projektleitung Stefan Werner
Projektregion Schaffhausen

Details

Projektziele

Die Überwachung der Bestände von Feldhasen und Brutvögeln ist seit den 1990er Jahren eine zentrale Aufgabe der Vogelwart im Klettgau. Die Ergebnisse dokumentieren den Erfolg des im Gebiet besonders hohen Anteils an Biodiversitätsförderflächen im Ackerland (14%) und dienen als Vorbild für andere Projekte. Gemeinsam mit lokalen Partnern wurde der Lebensraum ökologisch aufgewertet. In den Rebbergen laufen Projekte zur Ökologisierung des Weinbaus und Förderung der seltenen Heidelerche. Auch im kantonalen Vernetzungsprojekt arbeitet die Vogelwarte mit.

Vorgehen

In den drei Kerngebieten Widen, Plomberg und Langfeld werden seit den 1990er Jahren regelmässig die Bestände wichtiger Kulturlandarten wie Feldlerche, Schwarzkehlchen und Neuntöter erfasst. Durch Kontaktpflege und Beratung konnten in Kooperation mit den Behörden lokale Landwirte zur Mitarbeit animiert und der Lebensraum im Ackerland und in den Reben stetig aufgewertet werden. Projekte wie der Anbau Einkorn und Emmer brachten dem Klettgau auch nationale Beachtung und so gilt das Gebiet heute als Modellregion für biodiversitätsfreundliche Landwirtschaft.

Bedeutung

Das auf enger Zusammenarbeit mit den lokalen Akteuren basierende, umsetzungsorientierte Vorgehen hat die Entwicklung agrarpolitischer Massnahmen im Bereich Biodiversität auch national massgeblich beeinflusst. Der Klettgau ist eine Modellregion mit hoher Bedeutung für die zukünftige Ausrichtung einer multifunktionalen, biodiversitätsfreundlichen Landwirtschaft.

Ergebnisse

Erhebungen der Brutvogelbestände und zahlreiche wissenschaftliche Detailstudien belegen, dass sich mit einer auf die Ansprüche der Zielarten ausgerichteten Aufwertung der Lebensräume bedrohte Tier- und Pflanzenarten der offenen Landschaft entscheidend fördern lassen, ohne dabei die landwirtschaftliche Produktion massgeblich einzuschränken. Die Bestände von Goldammer, Schwarzkehlchen oder Feldhase haben markant zugenommen, und Arten, wie die Feldlerche und seltene Ackerwildkräuter profitieren nachhaltig von den Lebensraumaufwertungen.

Projektpartner

Donatoren

Fachpublikationen

Projektmitarbeitende

BETROFFENE VOGELARTEN

Bluthänfling
Dorngrasmücke
Feldlerche
Gartengrasmücke
Goldammer
Grauammer
Heidelerche
Nachtigall
Neuntöter
Rebhuhn
Turmfalke
Wachtel
Wendehals
Wiedehopf
Lebensraum Kulturland link
Ressort

Lebensraum Kulturland

Wir fördern eine wildtierfreundliche Landwirtschaft mit mehr hochwertigen und besser vernetzten Lebensräumen, sowie weniger Kunstdüngern und Pestiziden.

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