Golf

Vögel auf Golfplätzen

Golfplätze beanspruchen viel Land. Zwischen den Spielflächen gibt es aber Platz, um wertvolle naturnahe Lebensräume für anspruchsvollere Tier- und Pflanzenarten anzubieten. Die Vogelwarte hat die Brutvogelfauna mehrerer Golfplätze untersucht und zieht daraus Schlüsse, wie ein «naturnaher» Golfplatz angelegt und gepflegt werden soll.

Bereich Förderung
Ressort Lebensraum Kulturland
Themen Lebensraumförderung
Lebensraum Halboffenes Kulturland
Projektstart 1992
Projektende 2025
Projektstatus abgeschlossen
Projektleitung Kim Meichtry-Stier
Projektregion Schweiz

Details

Projektziele

Wir wollen dazu beitragen, dass Golfplätze in der Schweiz so gepflegt werden, dass sie gleichzeitig ein Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten sein können. Dazu:

  • geben wir unsere Erfahrungen mit naturnahen Lebensräumen weiter;
  • erstellen wir ein Bewertungssystem, mit dem die Golfplatzbetreiber beurteilen können, wie naturfreundlich ihr Platz gepflegt ist.

Vorgehen

In einer ersten Phase haben wir Golfplätze (Holzhäusern, Leuk, Andermatt u. a.) beim Bau beraten und später Erfolgskontrollen durchgeführt. Dazu verglichen wir den Zustand der Brutvogelgemeinschaft und fallweise weiterer Tiergruppen vor und nach der Erstellung der Golfplätze bzw. auf den Plätzen und in vergleichbaren Kulturlandschaften.

In einer zweiten Phase entwickelten wir ein Punktesystem, mit dem Golfplatzbetreiber ihren Beitrag zu einer naturfreundlichen Kulturlandschaft abschätzen können. Da die Pflege eines Golfplatzes viel Ähnlichkeit mit der Bewirtschaftung eines Landwirtschaftsbetriebes hat, wurde dafür das Punktesystem Biodiversität der IP-Suisse als Grundlage verwendet.

Aktuell beraten wir einzelne Golfplätze bezüglich Biodiversität und führen dort, wo bereits früher Aufnahmen gemacht wurden, die Wirkungskontrollen fort.

Bedeutung

Lange Zeit galten Golfplätze zurecht als naturfern. Heute gibt es Beispiele, die aufzeigen, dass auf Golfplätzen durchaus wertvolle Naturelemente vorkommen können. Es braucht dazu eine rücksichtsvolle Planung, angepasste Pflege und Verständnis von den Golfspielenden.

Ergebnisse

Unsere Erfolgskontrollen zeigen, dass es möglich ist, anspruchsvollere Naturschutzziele zu erreichen. Beispielsweise konnten wir beim Bau des Golfplatzes Andermatt dazu beitragen, dass zwischen den Golfbahnen grosse Biodiversitätsförderflächen entstanden sind. Der Bestand des gefährdeten Braunkehlchens ist auf dem Golfplatz inzwischen grösser als vor dem Bau.

Weitere Informationen

Die Schweizerische Vogelwarte hat ein Standpunkt Golfplätze über Planung und Unterhalt von Golfplätzen erarbeitet.

Standpunkt Golfplätze

Die Zusammenarbeit mit einzelnen Golfplätzen wird auch nach Projektende weitergeführt.

Projektpartner

Donatoren

  • Aufträge diverser Golfclubs

Fachpublikationen

Mitarbeitende

Betroffene Vogelarten

Braunkehlchen
Gartengrasmücke
Goldammer
Mehlschwalbe
Neuntöter
Stieglitz
Sumpfrohrsänger
Teichhuhn
Teichrohrsänger
Wacholderdrossel
Zwergtaucher
Weitere Ressourcen
PDF Download
Standpunkt der Schweizerischen Vogelwarte zum Thema Golfplätze
vogelwarte.ch
Lebensraum Kulturland link
Ressort

Lebensraum Kulturland

Wir fördern eine wildtierfreundliche Landwirtschaft mit mehr hochwertigen und besser vernetzten Lebensräumen, sowie weniger Kunstdüngern und Pestiziden.

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