Ökologische Aufwertung der Domäne St. Katharinental

Artenvielfalt und Produktion Hand in Hand: Ökologische Aufwertungen eines grossen, ackerbaubetonten Landwirtschaftsbetriebs im Thurgau

Die Domäne St. Katharinental bei Diessenhofen (TG) ist ein 107 ha grosser Landwirtschaftsbetrieb. Zwischen 2021 und 2024 wurde der Betrieb ökologisch aufgewertet, indem Säume und Brachen auf der Ackerfläche angelegt und rund 100 Kleinstrukturen wie Buschgruppen, Ast- und Steinhaufen geschaffen wurden. Die Vogelwarte begleitet die Massnahmen und dokumentiert die Entwicklung von Brutvögeln, Tagfaltern und Heuschrecken auf dem aufgewerteten Gebiet und in einer vergleichbaren Referenzfläche ohne Aufwertungen. Der Nutzen solcher Massnahmen für die Artenvielfalt im Kulturland kann so aufgezeigt werden.

Bereich Förderung
Ressort Lebensraum Kulturland
Themen Artenförderung, Bestandsentwicklung, Lebensraumförderung
Lebensraum Ackerland, Wiesen und Weiden
Projektstart 2021
Projektstatus laufend
Projektleitung Stefan Werner
Projektregion Thurgau

Details

Projektziele

Gerade im ackerbaulich genutzten Kulturland besteht eine grosse Dringlichkeit, die Biodiversität verstärkt zu fördern. Mit gutem Beispiel voran geht man auf der kantonalen Domäne St. Katharinental (TG). Das Projekt zeigt auf, wie die Förderung der Biodiversität und landwirtschaftliche Produktion Hand in Hand funktionieren können. Die Domäne St. Katharinental soll so zu einem Modell für andere landwirtschaftliche Betriebe werden.

Vorgehen

Die Vogelwarte berät die Bewirtschafter bei der ökologischen Aufwertung und dokumentiert die Entwicklung der Bestände von Brutvögeln, Tagfaltern und Heuschrecken über den gesamten Projektzeitraum. Die Kartierungen werden jährlich sowohl auf der Betriebsfläche als auch auf einer vergleichbaren Referenzflächen ohne Aufwertungsmassnahmen durchgeführt. So kann untersucht werden, welche Arten über die Zeit von den umgesetzten Massnahmen profitieren und wie sich deren Bestände mit und ohne Aufwertungsmassnahmen entwickeln.

Bedeutung

Ackerbaugebiet haben ein besonders hohes Potenzial für die Biodiversität. Leider ist aber auch der der Anteil an Brutvogelarten auf der Roten Liste besonders hoch. Arten wie Feldlerche und Schafstelze sind auf offene, strukturreiche Ackerflächen angewiesen und finden auf intensiv bewirtschafteten Parzellen kaum mehr Lebensraum. Griffige Massnahmen und Beispiele, wie bei gleichzeitiger landwirtschaftlicher Produktion die Artenvielfalt erhalten und gefördert werden kann, sind dringend nötig. Hier setzt das Projekt im St. Katharinental an und will als Modell für andere landwirtschaftliche Betriebe dienen.

Ergebnisse

Seit der ökologischen Aufwertung der landwirtschaftlichen Flächen der Domäne St. Katharinental zeigen sich insbesondere im Vergleich zur Referenzfläche bei allen untersuchten Tiergruppen positive Veränderungen. Bei den Vögeln sind die Bestände von Schafstelze und Feldlerche weiterhin stabil, während die Lerche in der Referenzfläche kurz vor dem Verschwinden steht. Beim Schwarzkehlchen zeigen sich erste positive Anzeichen. Insbesondere die Buntbrachen und Säume wirken sich sehr förderlich auf Tagfalter und vor allem Heuschrecken aus, sowohl bezüglich der Artenzahl als auch der Dichte. Speziell die Insektenarten der Umweltziele Landwirtschaft profitieren.

Projektpartner

Fachpublikationen

Mitarbeitende

Betroffene Vogelarten

Weitere Ressourcen
PDF Download
Jahresbericht 2023
vogelwarte.ch
PDF Download
Jahresbericht 2024
vogelwarte.ch
Lebensraum Kulturland link
Ressort

Lebensraum Kulturland

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