Rotmilan

Milan royal - Red Kite

Milvus milvus

Rotmilan

© Bernard Lugrin



Merkmale:
rostbraunes Gefieder mit gestreiftem, hellem Kopf; verhältnismässig schmale Flügel, beim Gleiten nach hinten abgewinkelt; stark gegabelter Schwanz; schlägt mit den Flügeln tief nach unten, weshalb sein Flug elegant und geschmeidig wirkt; beide Geschlechter gleich.


Zugverhalten Rotmilan
Bestand in der Schweiz (Paare): 1200-1500 Rote Liste 2001:
nicht gefährdet
Zugverhalten:
Teilzieher
Grösse (cm):
61
Gewicht (g):
750-1300
Gelegegrösse:
2-3
Brutort:
Bäume
Brutdauer (Tage):
30
Nestlingsdauer (Tage):
50-55
Nahrung:
Abfall, Kleinsäuger
Vogelgruppe:
Greifvögel
Lebensraum:
Kulturland


Der Rotmilan - früher auch Gabelweih genannt -, ist bei uns neben dem Steinadler und dem Bartgeier der grösste Greifvogel. Er war bis ins 19. Jahrhundert in Europa weit verbreitet. Durch rücksichtslose Verfolgung wurde die Art danach stark dezimiert. Ab 1945 nahm der Bestand der Rotmilane wieder zu; die Vögel haben gelernt, das reichliche Nahrungsangebot zu nutzen, das ihnen in Siedlungen und im Kulturland zur Verfügung steht. Heute bleiben die Rotmilane vielfach das ganze Jahr im Gebiet, während früher fast alle zur Überwinterung auf die Iberische Halbinsel zogen. Diese Änderung ihrer Verhaltensweise und der ihnen heute fast in ganz Europa gewährte Schutz sind die Hauptgründe für die Erholung des Bestands. Der Rotmilan war Mitte des 20. Jahrhunderts hauptsächlich in der Nordschweiz verbreitet. Sein Bestand wurde 1969 auf 90 Paare geschätzt. Seither hat er sein Areal erheblich ausgeweitet, er besiedelt heute auch den Alpenrand, einzelne Alpentäler sowie das Genferseebecken. 1993-1996 brüteten rund 1000 Paare in der Schweiz. Getragen von ihren langen, schmalen, im Handgelenk abgewinkelten Flügel können Rotmilane stundenlang kreisen. Dabei suchen sie den Boden nach kleinen Säugetieren oder nach Aas ab. Zudem jagen sie gerne Rabenkrähen eine eben erbeutete Maus ab. Mit ihrem langen, gegabelten Schwanz steuern sie präzise. Zur Balzzeit vollführen Rotmilanpaare wahre Kunststücke in der Luft und lassen sich im Sturzflug fallen wie viele andere Greifvögel. Ihr Ruf, ein klägliches "Hiäh", wird häufig zu einem wiehernden Triller verlängert. Ihren aus trockenen Zweigen gebauten und mit Erde verkitteten Horst legen sie mit Wolle, Moos, Haaren, Papier und Lumpen aus.