Kiebitz

Vanneau huppé - Northern Lapwing

Vanellus vanellus

Kiebitz

© Benoît Renevey



Merkmale:
fällt im Flug als unser einziger Vogel mittlerer Grösse mit schwarzweisser Zeichnung, abgerundeten Flügeln und kurzem Schwanz auf, in Ruhestellung als einziger mit Schopf und langen Beinen; Oberseite schillert in hellem Sonnenlicht oft grün; Federschopf bei Weibchen und Jungvögeln kürzer.


Zugverhalten Kiebitz
Bestand in der Schweiz (Paare): 100-120 (2004-2007) Rote Liste 2001:
stark gefährdet
Zugverhalten:
Kurzstreckenzieher
Grösse (cm):
30
Gewicht (g):
150-310
Gelegegrösse:
4
Brutort:
Boden
Brutdauer (Tage):
27
Nestlingsdauer (Tage):
42
Nahrung:
Samen, Würmer
Vogelgruppe:
Watvögel
Lebensraum:
Wiesen und Äcker


Früher brüteten Kiebitze in grosser Zahl in den damals noch grossflächig vorhandenen Riedlandschaften des Mittellandes. Nachdem diese Feuchtgebiete zwecks landwirtschaftlicher Nutzung trockengelegt worden waren, nahm der Kiebitzbestand rapide ab. Doch langsam gewöhnten sich die Kiebitze an die Kulturlandschaft und begannen in feuchten Wiesen und Äckern zu brüten. Dank dieser Anpassungsfähigkeit brüteten in den siebziger und achtziger Jahren in der Schweiz wieder rund 1000 Paare. Allerdings war schon damals der Bruterfolg bei uns durch die intensive Bewirtschaftung des Bodens derart gering, dass sich die einheimische Population kaum halten konnte. Man nahm an, dass sich laufend Vögel aus Gebieten mit besserem Bruterfolg - etwa Holland - in der Schweiz ansiedelten und damit den Bestand stützten. Seit den achtziger Jahren haben auch die Kiebitze im nördlichen Mitteleuropa Schwierigkeiten. Seither ging unser Brutbestand auf aktuell noch 100-120 Paare zurück. Unsere grösste Kolonie, diejenige in der Aareebene bei Grenchen, beherbergte 1970 140 Paare, 1997 noch eines; seither sind die Vögel ganz verschwunden. Beim Balzflug im Frühjahr beeindruckt das Männchen durch akrobatische Kapriolen. Es steigt mit kräftigem Flügelschlag beständig in die Höhe, ruft dabei sein wildes "Kie-r-wie, kiewit-kiewit", das ihm den Namen gab, und lässt sich dann über seinem Revier in die Tiefe fallen, indem es wuchtelt, also sich überschlägt und dreht, als stürze es haltlos ab. Danach scharrt es im Boden Mulden aus, wobei es bis auf die Brust nach vorn schaukelt. Sein Flugruf besteht aus Variationen des Kiewit-Motivs.