Sumpfmeise

Mésange nonnette - Marsh Tit

Parus palustris

Sumpfmeise

© Urs Niggli



Merkmale:
mit graubrauner Oberseite und matter bräunlichweisser Unterseite; die Kopfplatte glänzend schwarz. Der schwarze Latz ist nur klein, ein helles Flügelfeld fehlt.


Zugverhalten Sumpfmeise
Bestand in der Schweiz (Paare): 40'000-80'000 Rote Liste 2001:
nicht gefährdet
Zugverhalten:
Standvogel
Grösse (cm):
12
Gewicht (g):
9-12
Gelegegrösse:
6-10
Brutort:
Baumhöhlen
Brutdauer (Tage):
14
Nestlingsdauer (Tage):
18
Nahrung:
Insekten, Spinnen, Samen
Vogelgruppe:
Singvögel Meisen
Lebensraum:
Laubwald, Siedlungen


Der Name der Sumpfmeise ist irreführend. Sie lebt nämlich nicht in Sümpfen, sondern in alten Baumbeständen in Wäldern, Obstgärten, Ufergehölzen und alten Gärten. Besonders wohl fühlt sie sich in vielfältigen Laubbaumbeständen. Die Sumpfmeise hält sich meistens auf den Zweigen und Ästen der Bäume auf. Sie ist eine ausgezeichnete Turnerin, die auch mit dem Bauch nach oben an einem Zweiglein hängen und picken kann. Im Herbst und Winter schliessen sich Sumpfmeisen oft anderen Meisen an. Sie kommen dann nicht selten ans Futterhäuschen oder an die Meisenknödel. Meistens finden wir die Sumpfmeisen zu zweit, denn in der Regel halten sich die Partner ein Leben lang die Treue. Als ausgesprochene Standvögel entfernen sich Altvögel selten weit von ihrem Nistplatz. Jungvögel, die ein neues Revier suchen müssen, gehen im Gegensatz dazu häufig auf Wanderschaft. Anhand beringter Vögel hat man herausgefunden, dass Sumpfmeisen schon bis zu 120 km weit gewandert sind. Sobald ein gutes Samenangebot vorhanden ist, legt die Sumpfmeise Vorräte an. Sie kann dabei mehrere Samen in den Schnabel nehmen. Als Verstecke dienen Ritzen und Spalten in Rinden, eingerollte Blätter oder Moos- und Flechtenpolster. Sumpfmeisen gehören zu den allerersten Vogelarten, die den Frühling ankünden. Bereits nach Neujahr können wir ihren Gesang vernehmen, selbst wenn noch Schnee liegt und grimmige Kälte herrscht. Die Gesangsstrophe besteht aus einer Wiederholung gleicher Töne, z.B. ein schmetterndes "Tjä tjä tjä tjä". Im März suchen Männchen und Weibchen eine geeignete Bruthöhle. Dabei gibt bei der endgültigen Wahl meistens das Weibchen den Ausschlag. Nicht immer wird in Baumhöhlen oder Nistkästen gebrütet, ausnahmsweise kann die Sumpfmeise auch Mauerlöchern, Wurzeltellern oder Erdlöchern den Vorzug geben. Sumpfmeisenweibchen sind richtige Baumeisterinnen. Sie bauen nicht nur das Nest, sondern behacken und erweitern häufig das Einflugloch und die Höhle. Im Extremfall wird das "Kinderzimmer" sogar selbst gebaut.