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Der Klingnauer Stausee AG hat sich zu einem Schwerpunktgebiet für Rostgänse und andere Neozoen entwickelt.

© Fritz Sigg
Schweizer Brutvogelatlas 2013-2016

Auf dem Vormarsch: gebietsfremde Vogelarten

Gebietsfremden Vögeln wurde lange wenig Beachtung geschenkt. Doch Neozoen gelten heute weltweit als Gefahr für die Biodiversität. Ihre Vorkommen zu dokumentieren, ist deshalb wichtig. Damit wird es erst möglich, eine allfällige Ausbreitung zu erkennen und wenn nötig Massnahmen gegen einzelne Arten zu ergreifen.

Von Neozoen oder gebietsfremden Tierarten spricht man dann, wenn sich Arten ausserhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets mit direkter oder indirekter Hilfe durch den Menschen ansiedeln. Einige Arten hat der Mensch aktiv ausgesetzt, insbesondere zu Jagdzwecken. In der Schweiz betrifft das in erster Linie den Jagdfasan, in Europa beispielsweise auch die Kanadagans. Wasservögel wurden ausgesetzt zur «Bereicherung» der Avifauna mit attraktiven Arten. Die ersten Höckerschwan- und Graugansbruten in der Schweiz gehen auf solche Aussetzungen zurück. Wilde Höckerschwäne und Graugänse sind in Europa heimisch und nutzen Schweizer Gewässer seit jeher als Winterquartier. Weil man heute nicht mehr unterscheiden kann, ob eine lokale Population auf ausgesetzte oder wilde Vögel zurückgeht, werden diese beiden Arten in der Schweiz nicht als Neozoen betrachtet und gelten gemäss eidgenössischem Jagdgesetz als einheimische Wildvögel. Häufiger als gezielte Aussetzungen sind solche aus Nachlässigkeit. Für zoologische Gärten ist es attraktiv, Vögel im Freiflug zu halten. Die Gefahr, dass sie den Zoo verlassen, wird in Kauf genommen. Private Tierhalter, die nicht genug Platz haben für die produzierten Jungvögel, lassen diese manchmal ebenfalls entweichen.

Exotische Wasservögel und Papageien

Neozoen bedrohen die Artenvielfalt

Prävention als wichtigste Massnahme

Betroffene Arten

Text: Verena Keller

Zitiervorschlag des Atlas online:
Knaus, P., S. Antoniazza, S. Wechsler, J. Guélat, M. Kéry, N. Strebel & T. Sattler (2018): Schweizer Brutvogelatlas 2013–2016. Verbreitung und Bestandsentwicklung der Vögel in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein. Schweizerische Vogelwarte, Sempach.

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Schweizer Brutvogelatlas 2013-2016

Vogelwelt im Wandel

Der Zustand der Vogelwelt spiegelt unseren Umgang mit der Natur und Landschaft. Dieser Atlas präsentiert die aktuellen Vorkommen, die Häufigkeit und die Höhenverbreitung aller Brutvögel der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein in bislang unerreichter Präzision. Vor allem aber zeigt er die markanten Veränderungen der Schweizer Vogelwelt in den letzten zwanzig bis sechzig Jahren. Das umfangreiche Werk ist eine zentrale Grundlage für den Schutz und die Förderung der einheimischen Vögel und ihrer Lebensräume.

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