©

Das Feuer vom August 2003 oberhalb von Leuk VS hat eine völlig umstrukturierte Fläche hinterlassen, wie diese Gesamtansicht 14 Jahre später vom Juni 2017 zeigt. Laubwald nimmt heute drei Viertel der Fläche ein. Er unterscheidet sich stark von den einstigen Föhrenbeständen im unteren, den Fichtenwäldern im mittleren und den Lärchenbeständen im obersten Bereich.

© Bertrand Posse
Schweizer Brutvogelatlas 2013-2016

Aus Naturkatastrophen entsteht Vielfalt

Der Wald bedeckt rund ein Drittel der Fläche der Schweiz und spielt deshalb beim Artenschutz eine bedeutende Rolle. Seit einem Jahrhundert nimmt die Waldfläche zu und die Bestände werden dichter, dies auf Kosten spärlich bestockter Flächen, die für die Biodiversität besonders wichtig sind. Einzig Waldbrände und Stürme stören heutzutage diese Entwicklung.

In unseren Breitengraden bildet Wald das Endstadium der Vegetationsentwicklung auf praktisch allen Standorttypen unterhalb der alpinen Zone. Diese Vorherrschaft wird im natürlichen Zustand nur durch Naturkräfte wie Stürme, Hochwasser, Lawinen oder Waldbrände in Frage gestellt. Unsere heutige offene Landschaft ist deshalb die Folge jahrtausendealter tiefgreifender Veränderungen durch menschliche Aktivitäten.

Die Bewirtschaftung und Unterhalt der offenen Bereiche sind die wichtigsten Mittel des Menschen gegen das Wiederausbreiten des Waldes. Darüber hinaus wird mit grossem Aufwand versucht, alle bedrohenden Naturkräfte zu reduzieren, die für die Infrastrukturanlagen wie auch für die Schutzwälder eine Gefahr darstellen: Fluss- und Bachverbauungen wehren die meisten Hochwasser ab, Lawinenverbauungen verhindern das Abgleiten von Schneemassen und Waldbrände werden so gründlich eingedämmt, dass sie in der Regel nur kleinflächig bleiben. Einzig gegen Stürme ist der Mensch machtlos.

Die enormen Kräfte dieser Ereignisse stellen für die Natur allerdings keine Katastrophe dar, selbst wenn die betroffenen Flächen dadurch massiv verändert werden. Verschiedene Arten beginnen sofort, diese stark umstrukturierten, neu entstandenen Lebensräume der frühen Sukzessionsstadien zu besiedeln. Unter ihnen sind diverse Pionierarten, die stark darunter gelitten haben, dass spätestens ab dem 20. Jahrhundert die relativ strikte Landschaftsgestaltung durch den Menschen gegenüber den Unwägbarkeiten der Natur mehr und mehr dominierte.

Neues Leben nach dem Feuer

Sturmchaos als Neubeginn

Betroffene Arten

Amsel
Baumpieper
Berglaubsänger
Buchfink
Gartenrotschwanz
Rotkehlchen
Singdrossel
Steinhuhn
Steinrötel
Zippammer

Text: Bertrand Posse

Zitiervorschlag des Atlas online:
Knaus, P., S. Antoniazza, S. Wechsler, J. Guélat, M. Kéry, N. Strebel & T. Sattler (2018): Schweizer Brutvogelatlas 2013–2016. Verbreitung und Bestandsentwicklung der Vögel in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein. Schweizerische Vogelwarte, Sempach.

Literatur

Shop

Spenden
Helfen Sie den Vögeln der Schweiz.
Dank Ihrer Unterstützung können wir die Vogelwelt überwachen, Gefahren erkennen, Lösungen entwickeln und Hilfe für bedrohte Arten leisten.

 

 

Jetzt spenden
Logo Zewo

Mit den uns anvertrauten Spendengeldern gehen wir sehr sorgfältig um. Seit vielen Jahren tragen wir das ZEWO-Gütesiegel für gemeinnützige Institutionen.

 

Schweizer Brutvogelatlas 2013-2016

Vogelwelt im Wandel

Der Zustand der Vogelwelt spiegelt unseren Umgang mit der Natur und Landschaft. Dieser Atlas präsentiert die aktuellen Vorkommen, die Häufigkeit und die Höhenverbreitung aller Brutvögel der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein in bislang unerreichter Präzision. Vor allem aber zeigt er die markanten Veränderungen der Schweizer Vogelwelt in den letzten zwanzig bis sechzig Jahren. Das umfangreiche Werk ist eine zentrale Grundlage für den Schutz und die Förderung der einheimischen Vögel und ihrer Lebensräume.

Mehr erfahren