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Rolf Hauri überwachte die Reiherentenpopulation am Lenkerseeli im Berner Oberland intensiv und konnte zeigen, dass oft nur die Hälfte der Weibchen Junge führt.

© Verena Keller
Schweizer Brutvogelatlas 2013-2016

Brutgebiete und Winterquartiere von Wasservögeln

Die Schweiz beherbergt im Winter rund eine halbe Million Wasservögel. Zur Brutzeit sind es deutlich weniger, und nur wenige Arten brüten regelmässig in grösserer Zahl, denn Gewässer mit geeigneten Bruthabitaten gibt es in der Schweiz nicht allzu viele. Dies zeigt sich gut am Beispiel der Enten.

Die Schweiz ist ein gewässerreiches Land. Die Seen im Mittelland frieren selten zu und trocknen nie aus, so dass im Winter immer Nahrung für Wasservögel zugänglich ist. Deshalb ist die Schweiz für Wasservögel im Winter attraktiv. Ein gutes Überwinterungsgebiet für Enten ist aber nicht immer auch zum Brüten geeignet, da zum Brüten geschützte Nest- und Aufzuchtstandorte benötigt werden. Das sind beispielsweise Röhrichtflächen oder Inseln, die viele Arten gerne zum Brüten nutzen, weil sie dort vor Bodenfeinden besser geschützt sind als am Ufer. Diese sind aber wegen der oft grossen Gewässertiefen unserer Gewässer selten. Wie attraktiv sie für brütende Enten sind, zeigen die künstlichen Inseln am Neuenburgersee oder im Reussdelta UR, die von mehreren Entenarten zum Brüten genutzt werden. Schutz vor Feinden bieten auch Sumpfgebiete mit einem hohen Wasserstand und kleinen offenen Wasserflächen, wo Enten gerne ein in Seggenbülten verstecktes Nest bauen. Solche Lebensräume sind heute aufgrund der Trockenlegung von Sümpfen und Uferverbauungen selten geworden.

Es gibt nur wenige Gebiete, wo neben der Stockente gleich mehrere Entenarten brüten. Der obere Zürichsee mit dem benachbarten Kaltbrunner Riet SG fällt besonders auf. Hier brüteten 2013–2016 Eider-, Kolben-, Tafel-, Reiher-, Knäk- und Löffelente, sechs der zehn selteneren Entenarten. Im grenzüberschreitenden Gebiet Ermatinger Becken TG – Wollmatinger Ried D wurden Bruten von Kolben-, Moor-, Reiher-, Knäk- und Schnatterente nachgewiesen.

Vom Wintergast zum Brutvogel

Schwierige Erfassung des Brutbestands

Betroffene Arten

Eiderente
Gänsesäger
Knäkente
Kolbenente
Löffelente
Mandarinente
Mittelsäger
Moorente
Reiherente
Schnatterente
Schwarzhalstaucher
Stockente
Tafelente

Text: Verena Keller

Zitiervorschlag des Atlas online:
Knaus, P., S. Antoniazza, S. Wechsler, J. Guélat, M. Kéry, N. Strebel & T. Sattler (2018): Schweizer Brutvogelatlas 2013–2016. Verbreitung und Bestandsentwicklung der Vögel in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein. Schweizerische Vogelwarte, Sempach.

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Schweizer Brutvogelatlas 2013-2016

Vogelwelt im Wandel

Der Zustand der Vogelwelt spiegelt unseren Umgang mit der Natur und Landschaft. Dieser Atlas präsentiert die aktuellen Vorkommen, die Häufigkeit und die Höhenverbreitung aller Brutvögel der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein in bislang unerreichter Präzision. Vor allem aber zeigt er die markanten Veränderungen der Schweizer Vogelwelt in den letzten zwanzig bis sechzig Jahren. Das umfangreiche Werk ist eine zentrale Grundlage für den Schutz und die Förderung der einheimischen Vögel und ihrer Lebensräume.

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