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Strukturreiche Wytweide bei Cortébert BE, Lebensraum von Heidelerche, Baumpieper und einer artenreichen Flora.

© Anatole Gerber
Schweizer Brutvogelatlas 2013-2016

Extensive Juraweiden immer stärker unter Druck

Extensiv genutzte Juraweiden beherbergen zahlreiche Tiere und Pflanzen, auch bedrohte Arten wie die Heidelerche. Die Intensivierung der Landwirtschaft bedrängt aber diesen wertvollen Lebensraum immer mehr – mit gravierenden Folgen. Der Einsatz von Steinfräsen und die Mechanisierung der Grünlandnutzung bedrohen die Heidelerche und weitere Arten.

Extensiv genutzte Juraweiden gehören zu den artenreichsten Lebensräumen der Schweiz. Die traditionelle Wald- und Weide-Nutzung sowie der kalkhaltige, flachgründige Boden haben ein komplexes Landschaftsmosaik geschaffen. Dieser extensiv beweidete und vielfältige Lebensraum mit den typischen Kleinstrukturen wie Felsaufschlüssen, Lesesteinhaufen, Unebenheiten, Büschen, Einzelbäumen und Baumstrünken bietet ideale Bedingungen für eine grosse Artenvielfalt. Viele bedrohte oder im Mittelland selten gewordene Arten kommen hier noch vor, beispielsweise die Heidelerche. Wichtige Gebiete für diese Art sind unter anderem der Chasseral BE und der Mont Racine NE mit 18 (2017) bzw. mindestens 14 Revieren (2016–2017). Auch die Feldlerche erreicht hier noch gute Bestände. So wurden auf dem Chasseral bis zu 30 Reviere/km2 gezählt. Steinschmätzer und Bergpieper besiedeln insbesondere höhere Lagen der ersten und zweiten Jurakette.

Starker Rückgang der typischen Arten

Fatale Intensivierung, besonders durch Steinfräsen

Ausreichende Entschädigung für nachhaltige Bewirtschaftung nötig

Betroffene Arten

Text: Nadine Apolloni

Zitiervorschlag des Atlas online:
Knaus, P., S. Antoniazza, S. Wechsler, J. Guélat, M. Kéry, N. Strebel & T. Sattler (2018): Schweizer Brutvogelatlas 2013–2016. Verbreitung und Bestandsentwicklung der Vögel in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein. Schweizerische Vogelwarte, Sempach.

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Vogelwelt im Wandel

Der Zustand der Vogelwelt spiegelt unseren Umgang mit der Natur und Landschaft. Dieser Atlas präsentiert die aktuellen Vorkommen, die Häufigkeit und die Höhenverbreitung aller Brutvögel der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein in bislang unerreichter Präzision. Vor allem aber zeigt er die markanten Veränderungen der Schweizer Vogelwelt in den letzten zwanzig bis sechzig Jahren. Das umfangreiche Werk ist eine zentrale Grundlage für den Schutz und die Förderung der einheimischen Vögel und ihrer Lebensräume.

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