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In dieser Heckenlandschaft bei Filisur GR sind Mönchsgrasmücke, Goldammer, Neuntöter, Amsel, Gartengrasmücke, Elster und Grünspecht die häufigsten Brutvögel.

© Roman Graf
Schweizer Brutvogelatlas 2013-2016

Hecken und Waldränder – wertvolle Strukturen in der Kulturlandschaft

Hecken bieten in sonst offenen Agrarlandschaften Deckung, Niststandorte und Jagdwarten. Waldränder sind, wie alle Übergangszonen zwischen unterschiedlichen Lebensräumen, besonderes artenreich. Ein Grossteil der Hecken und Waldränder weist aber eine ungenügende Qualität als Lebensraum für Brutvögel auf. Der Aufwertungsbedarf ist gross.

Hecken und Feldgehölze sind Verbindungselemente zwischen verschiedenen Lebensräumen und haben einen positiven Einfluss auf die Artenvielfalt des Kulturlands, auch auf Brutvögel. Abgestufte Waldränder mit dichtem Strauchmantel und artenreichem Krautsaum erfüllen eine ähnliche Funktion.

Bis etwa 1950 waren weite Teile der Landschaft im Schweizer Mittelland eng gekammerte Heckenlandschaften. Im Gefolge der flächendeckenden Güterzusammenlegungen wurden viele Hecken bis etwa 1990 gerodet. Seither hat der Bestand durch Verbuschen von Böschungen (z.B. in Ackerterrassenlandschaften) und bewusste Neuanpflanzungen wieder zugenommen. In der Zeitspanne von 1989 bis 2003 betrug der Zuwachs der Hecken in der Schweiz 62 km pro Jahr, bei einer Gesamtlänge von 10 334 km im Jahr 2003.

Vor allem Waldarten bewohnen Hecken und Waldränder

Bestandsentwicklung der Hecken- und Waldrandbewohner

Höherer Dornstrauchanteil ist dringend

Betroffene Arten

Amsel
Baumpieper
Berglaubsänger
Birkenzeisig
Birkhuhn
Dorngrasmücke
Elster
Gartenbaumläufer
Gartengrasmücke
Goldammer
Grünspecht
Habicht
Hohltaube
Kernbeisser
Klappergrasmücke
Mittelspecht
Mönchsgrasmücke
Nachtigall
Neuntöter
Ringdrossel
Ringeltaube
Schwarzspecht
Stieglitz
Waldkauz
Zitronenzeisig

Text: Roman Graf

Zitiervorschlag des Atlas online:
Knaus, P., S. Antoniazza, S. Wechsler, J. Guélat, M. Kéry, N. Strebel & T. Sattler (2018): Schweizer Brutvogelatlas 2013–2016. Verbreitung und Bestandsentwicklung der Vögel in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein. Schweizerische Vogelwarte, Sempach.

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Schweizer Brutvogelatlas 2013-2016

Vogelwelt im Wandel

Der Zustand der Vogelwelt spiegelt unseren Umgang mit der Natur und Landschaft. Dieser Atlas präsentiert die aktuellen Vorkommen, die Häufigkeit und die Höhenverbreitung aller Brutvögel der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein in bislang unerreichter Präzision. Vor allem aber zeigt er die markanten Veränderungen der Schweizer Vogelwelt in den letzten zwanzig bis sechzig Jahren. Das umfangreiche Werk ist eine zentrale Grundlage für den Schutz und die Förderung der einheimischen Vögel und ihrer Lebensräume.

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