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Ein einzelner Wassersportler kann Hunderte von Wasservögeln aufscheuchen (im Bild vor allem Kolbenenten). Auch hier ist mehr Sensibilisierungsarbeit nötig.

© Stephan Trösch
Schweizer Brutvogelatlas 2013-2016

Im Land der unbegrenzten Freizeitmöglichkeiten?

Viele Lebensräume von Vögeln werden auch von Erholungssuchenden und Freizeitsportlern genutzt. Dabei werden Vögel in unterschiedlichem Ausmass gestört, was zu einer Reduktion der Bestände gewisser Vogelarten führen kann. In der dicht besiedelten Schweiz mit vielen Erholungssuchenden in der Natur sind störungsempfindliche Arten besonders gefährdet.

Störungen sind Ereignisse, die zu plötzlichen Änderungen im Verhalten und/oder Stoffwechsel führen. Als Feldbeobachter erkennt man Störungen in der Regel am Fluchtverhalten, an Warnrufen, am aufmerksamen Sichern oder am Ablenkverhalten am Brutplatz. Doch Störungen festzustellen ist nicht immer einfach. Auch Vögel, die bei Störungen reglos verharren, können gestört sein. So wurde für Hühnervögel nachgewiesen, dass sie in solchen Situationen Stresshormone ausschütten und einen veränderten Herzschlagrhythmus aufweisen, aber sonst keine der auffälligen Verhaltensweisen zeigen.

Die Auswirkungen von Störungen sind oft nur schwer erfassbar. Meist sind aufwändige Methoden nötig, da das gleiche Individuum je nach seiner Körperverfassung, den Umweltbedingungen sowie der Stärke und Dauer einer Störung unterschiedliche Reaktionen zeigen kann. Zudem wirken meist mehrere Faktoren in Kombination (z.B. Störungen mit Lebensraumveränderungen), so dass es oft schwierig ist abzuleiten, welchen Einfluss Störungen für sich genommen haben. Letztlich können aber Störungen Vögel aus gewissen Gebieten verdrängen oder die Lebensdauer oder die Fortpflanzungsrate eines Individuums reduzieren und so langfristig zum Rückgang einer Population führen. Für manche Vogelart gelten Störungen zusammen mit dem Verlust von Lebensräumen inzwischen als Hauptursachen für deren Rückgang.

Wann ist eine Störung besonders heikel?

Outdoor-Aktivitäten – immer und überall

Lösungen und Abhilfemöglichkeiten

Betroffene Arten

Alpenschneehuhn
Auerhuhn
Bartgeier
Birkhuhn
Flussregenpfeifer
Flussuferläufer
Haubentaucher
Kolbenente
Steinadler
Uhu
Wanderfalke

Text: Stefan Werner & Susanne Jenni-Eiermann

Zitiervorschlag des Atlas online:
Knaus, P., S. Antoniazza, S. Wechsler, J. Guélat, M. Kéry, N. Strebel & T. Sattler (2018): Schweizer Brutvogelatlas 2013–2016. Verbreitung und Bestandsentwicklung der Vögel in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein. Schweizerische Vogelwarte, Sempach.

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Schweizer Brutvogelatlas 2013-2016

Vogelwelt im Wandel

Der Zustand der Vogelwelt spiegelt unseren Umgang mit der Natur und Landschaft. Dieser Atlas präsentiert die aktuellen Vorkommen, die Häufigkeit und die Höhenverbreitung aller Brutvögel der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein in bislang unerreichter Präzision. Vor allem aber zeigt er die markanten Veränderungen der Schweizer Vogelwelt in den letzten zwanzig bis sechzig Jahren. Das umfangreiche Werk ist eine zentrale Grundlage für den Schutz und die Förderung der einheimischen Vögel und ihrer Lebensräume.

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