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Liegendes Totholz ist vor allem in Bergwäldern auch für die Waldverjüngung sehr wichtig. Auf diesem vermodernden Fichtenstamm, auf dem der Schnee im Frühjahr schneller wegschmilzt als auf dem Boden daneben, kommen junge Fichten hoch.

© Pierre Mollet
Schweizer Brutvogelatlas 2013-2016

Tot- und Altholz sind essenziell für Vögel

Tot- und Altholz sind für unzählige Artengruppen entscheidende Ressourcen. Beides ist in Wäldern in wirtschaftlichen Grenzlagen häufiger geworden. Entsprechend positiv verlaufen die Bestandstrends von Vogelarten, die auf Tot- und Altholz angewiesen sind. Insbesondere in Wäldern der Tieflagen mangelt es jedoch an Tot- und Altholz sowie an Naturwaldreservaten.

Unter Totholz werden viele verschiedene Formen abgestorbenen Baummaterials zusammengefasst: stehende und liegende Bäume oder Baumteile, einzelne tote Äste und andere tote Stellen auf alten, aber noch lebenden Bäumen, aber auch Wurzelteller oder Baumstümpfe. Totholz entsteht vor allem durch Alterung, Windwurf, Feuer, Pilz- oder Insektenbefall. In den allermeisten Wäldern sind Alterungsprozesse die treibenden Kräfte. Alte Waldbestände sind darum viel reicher an Totholz als junge. Besonders wertvoll sind zudem auch alte Einzelbäume mit dicken Stämmen und Ästen sowie grossen Kronen.

Der Abbauprozess von Totholz wird vor allem von Pilzen und Insekten verursacht: Die Rinde eines toten Baums fällt ab, und das harte Holz wird allmählich weicher, bis es letztlich zu Humus wird. Wie rasch dieser Prozess abläuft, hängt von der jeweiligen Baumart, der Luftfeuchtigkeit, der Wind- und Sonnenexposition, der Sommertemperatur und dem Kontakt zur Bodenvegetation bzw. zum feuchten Waldboden ab.

Lebensraum für zahllose spezialisierte Organismen

Bedeutend auch für zahlreiche Vogelarten

Förderung von Tot- und Altholz dringlich

Betroffene Arten

Buntspecht
Dreizehenspecht
Grünspecht
Haubenmeise
Kleinspecht
Mittelspecht
Mönchsmeise (Alpen- oder Weidenmeise)
Schwarzspecht
Waldbaumläufer
Weissrückenspecht

Text: Pierre Mollet & Gilberto Pasinelli

Zitiervorschlag des Atlas online:
Knaus, P., S. Antoniazza, S. Wechsler, J. Guélat, M. Kéry, N. Strebel & T. Sattler (2018): Schweizer Brutvogelatlas 2013–2016. Verbreitung und Bestandsentwicklung der Vögel in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein. Schweizerische Vogelwarte, Sempach.

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Vogelwelt im Wandel

Der Zustand der Vogelwelt spiegelt unseren Umgang mit der Natur und Landschaft. Dieser Atlas präsentiert die aktuellen Vorkommen, die Häufigkeit und die Höhenverbreitung aller Brutvögel der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein in bislang unerreichter Präzision. Vor allem aber zeigt er die markanten Veränderungen der Schweizer Vogelwelt in den letzten zwanzig bis sechzig Jahren. Das umfangreiche Werk ist eine zentrale Grundlage für den Schutz und die Förderung der einheimischen Vögel und ihrer Lebensräume.

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