Auerhuhn

    Das Auerhuhn ist ein Charaktervogel des strukturreichen, durch den Menschen wenig gestörten Bergwaldes. Die Bestände dieser Art haben in vielen Gegenden der Schweiz jahrzehntelang abgenommen und im Jura sind sie auch heute noch rückläufig.

    Ziele

    Das Projekt hat die langfristige Erhaltung der Auerhuhn-Bestände in der Schweiz zum Ziel. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen aktuell besiedelte sowie potenziell geeignete Lebensräume aufgewertet und vernetzt werden.

    Vorgehen

    Die Schweizerische Vogelwarte überwacht die Verbreitung des Auerhuhns in der Schweiz. Dabei arbeitet sie mit der Wildhut der betroffenen Kantone sowie Freiwilligen in mehreren Regionen zusammen. Dieses Verbreitungs-Monitoring basiert erstens auf zufälligen Beobachtungen und Spurenfunden, zweitens auf systematischen Suchen nach Spuren, und drittens auf genetischen Fingerabdrücken, die aus Kot gewonnen werden, und mit denen einzelne Auerhuhn-Individuen identifiziert werden können.

    Die Schweizerische Vogelwarte hat 2008 zusammen mit dem Bundesamt für Umwelt BAFU und BirdLife Schweiz den nationalen Aktionsplan zur Erhaltung des Auerhuhns in der Schweiz publiziert. Im weiteren berät die Schweizerische Vogelwarte kantonale Forstdienste, Waldeigentümer und Forstbetriebe, welche Massnahmen zur Verbesserungen der Waldstruktur zugunsten des Auerhuhns ergreifen wollen, und erstellt Gutachten zu Projekten wie Erschliessungen oder Orientierungslauf-Karten.

    Ergebnisse

    In mehreren Kantonen (Schwyz, Zug, St. Gallen, Obwalden, Nidwalden, Bern, Luzern) wurden in den letzten Jahren Waldreservate zugunsten des Auerhuhns eingerichtet bzw. sind in Planung. Die Vogelwarte hat bei der Erarbeitung der Massnahmen in den Reservaten und bei der Planung der Erfolgskontrolle jeweils mitgearbeitet.

    Eine Bilanz, die nach rund zehn Jahren Aktionsplan gezogen wurde, zeigt, dass die Kantone viel unternommen haben und dass die Richtung stimmt, dass aber noch mehr getan werden muss.

    Die Dissertation von Dominik Thiel hat gezeigt, dass Auerhühner umso höhere Stresshormonwerte aufweisen, je intensiver ihr Lebensraum im Winter durch den Menschen genutzt wird. Dies unterstreicht, wie wichtig es ist, Auerhuhn-Lebensräume gegen Störung zu schützen.

    Faktenblatt - Birkhühner und Auerhühner brauchen Schutz vor Störungen

    Mit dem Erstellen von genetischen Fingerabdrücken durch die Analyse von Erbsubstanz im Kot können Auerhühner individuell identifiziert werden. Mit solchen genetischen Daten sowie mit Fang-Wiederfang-Statistik können Bestände von Auerhuhn-Populationen mit bislang unerreichter Genauigkeit und Verlässlichkeit geschätzt werden. Die Methode wird nun schon seit über 10 Jahren in mehreren Kantonen regelmässig gebraucht, um Auerhuhn-Bestände zu schätzen.

    Projektleitung

    Pierre Mollet

    Partner

    Die Jagdverwaltungen sowie die Ämter für Wald aller betroffenen Kantone

    Bundesamt für Umwelt BAFU

    Eidgenössische Forschungsanstalt WSL, Dr. Kurt Bollmann

    Donatoren

    • Zigerli-Hegi-Stiftung
    • Marion J. Hofer-Woodhead-Stiftung
    • Messerli-Stiftung Zürich
    • Sielmann-Stiftung
    • Wofona-Stiftung Vaduz
    • Ausbildungsstiftung für den Kanton Schwyz und die Bezirke Gaster und See (Kanton St. Gallen)
    • Stiftung Naturland

    Publikationen

    Augustine, B. C., M. Kéry, J. Olano Marin, P. Mollet, G. Pasinelli & C. Sutherland (2020):
    Sex-specific population dynamics and demography of capercaillie (Tetrao urogallus L.) in a patchy environment.
    Ehrbar, R., K. Bollmann & P. Mollet (2015):
    Die Förderung des Auerhuhns im Waldreservat Amden.
    Thiel, D., E. Ménoni, J.-F. Brenot & L. Jenni (2007):
    Effects of recreation and hunting on flushing distance of capercaillie.
    Mollet, P., B. Badilatti, K. Bollmann, R. F. Graf, R. Hess, H. Jenny, B. Mulhauser, A. Perrenoud, F. Rudmann, S. Sachot & J. Studer (2003):
    Verbreitung und Bestand des Auerhuhns Tetrao urogallus in der Schweiz 2001 und ihre Veränderungen im 19. und 20. Jahrhundert.
    Schnidrig, R., P. Mollet & K. Bollmann (2003):
    Capercaillie conservation in Switzerland.