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Die Fichte ist die weitaus häufigste Baumart im subalpinen Nadelwald. Kommt Licht bis auf den Boden, gedeiht eine Verjüngung aus jungen Fichten und Pionierlaubhölzern wie der Vogelbeere, während feuchte Senken gelegentlich von Farnen überwachsen werden.

© Pierre Mollet
Schweizer Brutvogelatlas 2013-2016

Gebirgsnadelwälder und ihre spezielle Vogelwelt

In Gebirgsnadelwäldern der Alpen leben Arten mit südeuropäischer und solche mit borealer Hauptverbreitung im selben Lebensraum. Nach Jahrhunderten der Nutzung und teilweise auch Übernutzung werden heute viele subalpine Nadelwälder wieder vermehrt sich selbst überlassen, was in der Vogelwelt vor allem Gewinner, aber auch einzelne Verlierer hinterlässt.

Gebirgsnadelwälder bedecken die höhere montane und die subalpine Höhenstufe in den Alpen und sind gekennzeichnet durch das Fehlen der Buche in der Baumschicht. Sie dominieren die bewaldete Fläche in den Alpen ab etwa 1500 m bis zur oberen Baumgrenze, kommen aber auf Standorten, auf denen die Buche nicht wachsen kann, regelmässig schon ab etwa 1100 m vor, sehr kleinflächig auch in noch geringerer Höhe.

Die weitaus häufigste Baumart ist die Fichte, gefolgt von der Tanne. In inneralpinen Tälern mit ausgeprägt kontinentalem Klima (kalte Winter, trockenwarme Sommer) werden diese beiden Arten oberhalb von rund 1900 m von der Arve und der Lärche abgelöst. Die Lärche bildet ausserdem in den Südalpen entlang der oberen Baumgrenze ausgedehnte Reinbestände. Auf extrem trockenen Böden, wo alle anderen Arten nicht mehr richtig wachsen können, bildet gelegentlich auch die Bergföhre reine Bestände. Die einzigen Laubbaumarten im Gebirgsnadelwald sind Vogelbeere, Bergahorn und Moorbirke. Auch die Grünerle ist in der betreffenden Höhenlage häufig und bildet reine Bestände, doch werden diese in der Regel nicht zum Wald, sondern zum Gebüschwald gezählt.

Viele Gebirgsnadelwälder haben, vor allem entlang der oberen Baumgrenze, einen locker-lückigen Aufbau, mit viel Lichteinfall bis zum Boden und lichtzeigenden Pflanzenarten im Unterwuchs. Jahrhundertelange Bewirtschaftung durch Holznutzung und Beweidung hat diese schon von Natur aus offenen Wälder sogar noch stärker geöffnet sowie die obere Waldgrenze nach unten verschoben.

Vielfältige Vogelwelt in Gebirgsnadelwäldern

Veränderungen in der Waldnutzung

Situation erfreulich, aber zukünftige Entwicklung ungewiss

Betroffene Arten

Alpenbraunelle
Alpendohle
Auerhuhn
Baumpieper
Berglaubsänger
Bergpieper
Birkhuhn
Dreizehenspecht
Haubenmeise
Klappergrasmücke
Raufusskauz
Ringdrossel
Schneesperling
Sperlingskauz
Tannenhäher
Tannenmeise
Zitronenzeisig

Text: Pierre Mollet & Gilberto Pasinelli

Zitiervorschlag des Atlas online:
Knaus, P., S. Antoniazza, S. Wechsler, J. Guélat, M. Kéry, N. Strebel & T. Sattler (2018): Schweizer Brutvogelatlas 2013–2016. Verbreitung und Bestandsentwicklung der Vögel in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein. Schweizerische Vogelwarte, Sempach.

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Schweizer Brutvogelatlas 2013-2016

Vogelwelt im Wandel

Der Zustand der Vogelwelt spiegelt unseren Umgang mit der Natur und Landschaft. Dieser Atlas präsentiert die aktuellen Vorkommen, die Häufigkeit und die Höhenverbreitung aller Brutvögel der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein in bislang unerreichter Präzision. Vor allem aber zeigt er die markanten Veränderungen der Schweizer Vogelwelt in den letzten zwanzig bis sechzig Jahren. Das umfangreiche Werk ist eine zentrale Grundlage für den Schutz und die Förderung der einheimischen Vögel und ihrer Lebensräume.

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