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Die Grande Cariçaie ist mit Abstand das wichtigste Feuchtgebiet der Schweiz. Nur mit aufwändigen Pflegemassnahmen lassen sich die negativen Effekte (Verlandung, Verbuschung) der künstlichen Pegelstandsregulierung mildern.

© Verena Keller
Schweizer Brutvogelatlas 2013-2016

Grosse und nasse Feuchtgebiete braucht das Land

Die Bestände vieler Feuchtgebietsarten sind zwar angestiegen, doch sie sind nach wie vor klein und können die früheren Verluste nicht kompensieren. Neben Flächenverlust und Isolation der Feuchtgebiete liegen die Hauptprobleme im Einfluss des Menschen auf den Wasserhaushalt, bedingt durch Pegelstandsregulierungen und Drainage.

Die grossen Flusskorrektionen sowie viele kleinere Entsumpfungsprojekte führten in der Schweiz seit 1850 zum Verlust von über 90 % der Moorflächen. Eine detaillierte Auswertung der Landeskarten zeigte, dass die höchsten Flächenverluste in den grossen Feuchtgebieten (mindestens 10 km2) passierten. Heute sind nur noch wenige Feuchtgebiete von über 1 km2 Grösse vorhanden, beispielsweise Grangettes VD, Pfäffikersee ZH, Bolle di Magadino TI oder Neeracherried ZH. Auch das grösste Gebiet, die Grande Cariçaie am Südufer des Neuenburgersees mit einer Fläche von rund 30 km2, ist im Vergleich zu ausländischen Feuchtgebieten wie den Biebrza-Sümpfen in Polen (rund 1000 km2) klein. Die Bedeutung des grössten Gebiets zeigt sich daran, dass hier 2013–2016 41 der 52 in der Gilde der Feuchtgebietsarten zusammengefassten Brutvogelarten der Schweiz nachgewiesen wurden. Über 50 % aller Purpurreiher, Rohrschwirle und Bartmeisen der Schweiz brüten hier, ebenso mehr als 10 % aller Kolbenenten, Haubentaucher, Zwergdommeln, Wasserrallen, Lachmöwen, Flussseeschwalben, Drosselrohrsänger und Rohrammern.

Geringe Grösse und Isolation problematisch

Mangelhafte Lebensraumqualität

Schutz und Pflege sind entscheidend

Betroffene Arten

Bartmeise
Bekassine
Drosselrohrsänger
Flussseeschwalbe
Grosser Brachvogel
Haubentaucher
Kolbenente
Lachmöwe
Purpurreiher
Rohrammer
Rohrschwirl
Teichrohrsänger
Wasserralle
Zwergdommel

Text: Verena Keller

Zitiervorschlag des Atlas online:
Knaus, P., S. Antoniazza, S. Wechsler, J. Guélat, M. Kéry, N. Strebel & T. Sattler (2018): Schweizer Brutvogelatlas 2013–2016. Verbreitung und Bestandsentwicklung der Vögel in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein. Schweizerische Vogelwarte, Sempach.

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