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Bahn- und Strassenböschungen können sich zu Hotspots für Insekten entwickeln, wenn sie entsprechend bewirtschaftet werden. Statt jährlichem Mulchen der gesamten Fläche (wie im Bild) sollte bei der Mahd jeweils ein Drittel der Fläche stehen gelassen werden. Der Abtransport des Schnittguts verhindert ein Verfilzen der Vegetation und hält die Standorte mager.

© Roman Graf
Schweizer Brutvogelatlas 2013-2016

Rückgang der Insektenfresser

Der starke Rückgang der Insekten in der Kulturlandschaft macht den insektenfressenden Brutvögeln grosse Probleme. Die Verwendung von Pestiziden und moderne Landnutzungstechniken gehören zu den Hauptursachen des Insektenschwunds. Insekten fressende Vogelarten im Landwirtschaftsgebiet gehen besonders stark zurück.

Etwa 40 % der Schweizer Brutvogelarten ernähren sich fast ausschliesslich von Insekten. Weitere 25 % haben eine gemischte Diät, ziehen ihre Jungen aber vorwiegend mit Insekten auf. Deshalb ist der Bedarf an geeigneten und zudem leicht zu erbeutenden Insekten gross.

Obwohl die Datenlage in ganz Mitteleuropa dürftig ist: Es gibt heute weniger Insekten als vor Jahrzehnten. Dies ist zumindest für mehrere Gebiete in Deutschland belegt, wo die Insektenbiomasse innerhalb der letzten 27 Jahren um 75 % zurückging. Aus der Schweiz gibt es kaum Datenreihen, die den Rückgang der Insekten-Biomasse belegen. Georg Artmann-Graf stellte bei den Heuschrecken in der Region Olten SO eine deutliche Abnahme in den letzten 30 Jahren fest. Zudem berichten ältere Lokomotivführer übereinstimmend, dass sie die Windschutzscheiben noch in den Sechzigerjahren nach jeder Fahrt von einer Masse toter Insekten reinigen mussten, während heute eine Reinigung nur mehr in grossen Abständen nötig sei.

Hauptursachen für den Insektenrückgang

Schlechte Erreichbarkeit der verbliebenen Insekten

Insektenfresser im Kulturland haben es schwer

Mögliche Lösungen des Problems

Betroffene Arten

Alpensegler
Baumpieper
Bienenfresser
Braunkehlchen
Dorngrasmücke
Gartenrotschwanz
Goldammer
Mönchsgrasmücke
Neuntöter
Rauchschwalbe
Rotkehlchen
Rotmilan
Turmfalke
Wacholderdrossel
Weissstorch
Wendehals
Wiedehopf

Text: Lukas Jenni & Roman Graf

Zitiervorschlag des Atlas online:
Knaus, P., S. Antoniazza, S. Wechsler, J. Guélat, M. Kéry, N. Strebel & T. Sattler (2018): Schweizer Brutvogelatlas 2013–2016. Verbreitung und Bestandsentwicklung der Vögel in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein. Schweizerische Vogelwarte, Sempach.

Literatur

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Schweizer Brutvogelatlas 2013-2016

Vogelwelt im Wandel

Der Zustand der Vogelwelt spiegelt unseren Umgang mit der Natur und Landschaft. Dieser Atlas präsentiert die aktuellen Vorkommen, die Häufigkeit und die Höhenverbreitung aller Brutvögel der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein in bislang unerreichter Präzision. Vor allem aber zeigt er die markanten Veränderungen der Schweizer Vogelwelt in den letzten zwanzig bis sechzig Jahren. Das umfangreiche Werk ist eine zentrale Grundlage für den Schutz und die Förderung der einheimischen Vögel und ihrer Lebensräume.

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