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Renovationen bieten auch Chancen: Mit temporären Nistmöglichkeiten lassen sich Seglerkolonien am traditionellen Brutplatz halten. Nach der Renovation stehen idealerweise mehr und besser geeignete Nistplätze zur Verfügung.

© Sandra Schweizer
Schweizer Brutvogelatlas 2013-2016

Schwierige Koexistenz mit Gebäudebrütern

Felsen, an denen typische Felsbrüter wie Greifvögel, Segler oder Schwalben nisten könnten, fehlen vielerorts ganz oder sind zumindest rar. Als der Mensch begann, «künstliche Felsen» zu bauen, wagten Felsbrüter bald den Sprung an die Gebäude. Heute gibt es viele Gebäudebrüter in Städten und Dörfern. Sie sind jedoch stark von der Toleranz der Menschen abhängig.

Die meisten unserer Gebäudebrüter nisteten früher ganz oder wenigstens zu einem sehr erheblichen Teil an Felsen. Mit dem Aufkommen erster grösserer Bauten im Altertum, etwa der Akropolis, Amphitheatern und Aquädukten, eröffneten sich für die Felsbrüter und andere Siedlungsbewohner neue Chancen. Rauchschwalben galten in der Antike mindestens in Griechenland und Italien schon als weit verbreitet. Mit der Entstehung von Siedlungen konnten Felsbrüter aus Osteuropa und dem westasiatisch-mediterranen Raum in Mitteleuropa Fuss fassen. Weite Gebiete Mitteleuropas waren grösstenteils bewaldet und boten – mit Ausnahme einzelner baumbrütender Dohlen und Mauersegler – diesen Arten zuvor keine Nistplätze. Heute sind in der Schweiz einige Arten praktisch vollständig oder zum grössten Teil auf Gebäude als Brutplätze angewiesen: Mauer-, Fahl- und Alpensegler, Rauch- und Mehlschwalbe, Haus- und Italiensperling. Bei anderen Arten, etwa Bachstelze, Hausrotschwanz, Grauschnäpper und Dohle, nutzt ein Teil der Population Gebäude zum Brüten. Gänsesäger, Wanderfalke, Mittelmeermöwe und Felsenschwalbe nisten immer häufiger in, auf bzw. an Gebäuden.

Anhaltende Entwicklung bei der Besiedlung von Gebäuden

Moderne Bauweise – ein Problem

Urbanisierung und fehlende Toleranz verdrängen Gebäudebrüter

Betroffene Arten

Alpensegler
Bachstelze
Dohle
Fahlsegler
Felsenschwalbe
Gänsesäger
Gartenrotschwanz
Grauschnäpper
Hausrotschwanz
Haussperling
Italiensperling
Mauersegler
Mehlschwalbe
Mittelmeermöwe
Rauchschwalbe
Turmfalke
Wanderfalke

Text: Hans Schmid

Zitiervorschlag des Atlas online:
Knaus, P., S. Antoniazza, S. Wechsler, J. Guélat, M. Kéry, N. Strebel & T. Sattler (2018): Schweizer Brutvogelatlas 2013–2016. Verbreitung und Bestandsentwicklung der Vögel in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein. Schweizerische Vogelwarte, Sempach.

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Schweizer Brutvogelatlas 2013-2016

Vogelwelt im Wandel

Der Zustand der Vogelwelt spiegelt unseren Umgang mit der Natur und Landschaft. Dieser Atlas präsentiert die aktuellen Vorkommen, die Häufigkeit und die Höhenverbreitung aller Brutvögel der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein in bislang unerreichter Präzision. Vor allem aber zeigt er die markanten Veränderungen der Schweizer Vogelwelt in den letzten zwanzig bis sechzig Jahren. Das umfangreiche Werk ist eine zentrale Grundlage für den Schutz und die Förderung der einheimischen Vögel und ihrer Lebensräume.

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