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Artenförderung Turmfalke und Schleiereule

Ein Netzwerk von Freiwilligen hilft Turmfalken und Schleiereulen

Turmfalke und Schleiereule leben in der Schweiz vor allem im Kulturland und jagen hauptsächlich Kleinsäuger wie Wühlmäuse. Die Intensivierung der Landwirtschaft und vor allem das Verschwinden kleiner Feldscheunen machte beiden Arten lange Zeit zu schaffen. Es fehlten Nistplätze und extensiv bewirtschaftete Flächen zur Nahrungssuche. Beide Arten konnten sich inzwischen erholen, dank dem Engagement zahlreicher Freiwilliger, welche Nisthilfen für diese Arten anbringen und betreuen. Das Wohl beider Arten hängt also von den Bemühungen der vielen Freiwilligen ab und von Landwirten, welche auf ihren Flächen die Biodiversität fördern.

Bereich Förderung
Ressort Artenförderung
Thema Artenförderung, Bestandsentwicklung, Lebensraumförderung
Lebensraum Ackerland, Halboffenes Kulturland, Wiesen und Weiden
Projektstart 2002
Projektstatus laufend
Projektleitung Anja Marty
Projektregion Schweiz

Details

Projektziele

Die Bestände der beiden Prioritätsarten Turmfalke und Schleiereule sollen mit Förderungsmassnahmen wie dem Anbringen von Nisthilfen und der Aufwertung des Kulturlandes gesteigert werden. Im Rahmen von Erfolgskontrollen kontrollieren Freiwillige die Nistkästen und ermitteln den Bruterfolg. Die Vogelwarte koordiniert die Aktivitäten und führt die Daten zusammen. Ein solches Populationsmonitoring kann kritische Phasen im Lebenszyklus dieser beiden Arten erkennen. Die Freiwilligen stehen auch in direktem Kontakt mit Landwirten und versuchen diese für die Bedürfnisse der Vögel zu sensibilisieren, damit mehr Lebensraummassnahmen umgesetzt werden.

Vorgehen

Schweizweit kontrollieren ca. 30 freiwillige Gruppen jährlich zwischen 2000 und 2500 Nistkästen für Turmfalke und Schleiereule. Die zentral erfassten Monitoringdaten dokumentieren die Entwicklung demographischer Parameter der Populationen und werden für Analysen verwendet. Das Netzwerk dient als Plattform für den Austausch unter Fachleuten. Die Vogelwarte informiert auf ihrer Webseite und durch Beratungen, wie Nisthilfen optimal platziert werden und wie durch Massnahmen, wie Buntbrachen und extensiv genutzte Wiesen, das Angebot von Kleinsäugern und Grossinsekten erhöht werden kann.

Bedeutung

Aus den Daten des Populationsmonitorings lassen sich jährliche Indizes der demografischen Parameter errechnen. Diese können als Frühwarnsystem für den Zustand der Bestände dienen. Vor allem dank des Anbringens der Nistkästen konnte sich die hiesige Brutpopulation des Turmfalken in den letzten 20 Jahren verdoppeln. Auch die Schleiereule ist auf Nisthilfen angewiesen. Das Förderungsprojekt mit den beiden populären Arten bietet zudem die Möglichkeit, bei den Landwirten stärker für eine biodiversitätsfreundliche Landbewirtschaftung zu werben. Das Merkblatt “Turmfalken & Schleiereulen fördern”, zeigt konkrete Massnahmen auf.

Ergebnisse

Die Analysen der Monitoringdaten zeigen, dass das Anbringen von Nisthilfen den Anstieg der Turmfalkenbrutbestände in der Schweiz erklärt. Zurückzuführen ist dies auch auf einen höheren Bruterfolg in Nistkästen gegenüber natürlichen Neststandorten. Zudem zeigt sich, dass die Nistkastenpopulation einen Überschuss an potenziellen Brutvögeln erzeugt, der die Bestände in benachbarten Regionen verstärken kann.

Weiter zeigen die Daten, dass juvenile Turmfalken, welche in Jahren mit generell gutem Aufzuchtserfolg geboren wurden, auch besser bis ins nächste Jahr überleben, was auf ein erhöhtes Angebot an Kleinsäugern in solchen Jahren zurückzuführen ist.

Projektpartner

Fachpublikationen

Mitarbeitende

Betroffene Vogelarten

Weitere Ressourcen
Merkblatt
Turmfalken & Schleiereulen fördern
Avinews
Vermittler zwischen Landwirtschaft und Vogelschutz
Avinews
Freiwillige fördern Turmfalke und Schleiereule
Audio
Die Schleiereule
vogelwarte.ch/news/schleiereule/
Artenförderung link
Ressort

Artenförderung

Die Artenförderung koordiniert die Entwicklung, Verbesserung und Verbreitung von Massnahmen zu Gunsten prioritärer Vogelarten, denen mit Lebensraumschutz alleine nicht geholfen werden kann. Gemeinsam mit BirdLife Schweiz und dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) koordiniert das Ressort zudem das “Programm Artenförderung Vögel Schweiz”.

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