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Bestand und Verbreitung von Birkhuhn Tetrao tetrix und Alpenschneehuhn Lagopus muta im Aletschgebiet von 1970 bis 2015

Marti, Christian, Bossert, Andreas; Pauli, Hans Rudolf
Zeitschrift
Ornithol. Beob. (Der Ornithologische Beobachter)
Sprache
ger
Veröffentlichungsjahr
2016

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Zusammenfassung

In the Aletsch region (canton of Valais, Switzerland), Black Grouse cocks are counted on their leks in spring, and Rock Ptarmigan in their territories, normally during at least two morning activity periods. The spring number of Black Grouse cocks in a study area of 5 km2 has fluctuated since 1970 without showing a trend, with a minimum of 13 cocks in the years 1998 and 2000 and a maximum of 38 cocks in 1990 and 1993. The number of Rock Ptarmigan in an adjacent part has increased from 17 cocks at the beginning of our censuses in 1974 to a maximum of 33 cocks in 1983 and 1984; then it decreased to a single cock in 2006. Since then, the population has increased again to 7–10 cocks. The area occupied by Ptarmigan decreased from about 4 to 2 km2. The decrease of Rock Ptarmigan numbers may have partly been influenced by climate warming. In a large part of the study area the abandonment of territories was caused by the growth of Arolla pines Pinus cembra and other trees. The Black Grouse leks moved during the study. The most important lek moved uphill by 120 m reaching a mountain ridge at 2210 m a.s.l. above the tree line. As in Ptarmigan, the changes are caused by the vegetation growing higher and denser. Our results show the importance of long-term monitoring programmes.

Im Aletschgebiet (Kanton Wallis) werden die Birkhähne im Frühling auf ihren Balzplätzen und die Alpenschneehühner in ihren Revieren gezählt, wenn möglich während 2–3 Morgenaktivitäten. Auf einer Fläche von etwa 5 km2 schwankt der Frühjahrsbestand an Birkhähnen seit 1970 ohne erkennbaren Trend zwischen einem Minimum von 13 Hähnen in den Jahren 1998 und 2000 und einem Maximum von 38 Hähnen in den Jahren 1990 und 1993. Dagegen ist der Bestand des Alpenschneehuhns in einem angrenzenden Gebiet von 17 Hähnen zu Beginn der Zählungen 1974 bis 1983 und 1984 auf ein Maximum von 33 Hähnen angestiegen und dann mit Schwankungen auf nur noch einen Hahn im Jahr 2006 zurückgegangen. Seither hat er sich auf 7–10 Hähne erholt. Die vom Schneehuhn besiedelte Fläche ist damit von etwa 4 auf 2 km2 zurückgegangen. Der Rückgang des Schneehuhnbestands und die Schrumpfung seines Verbreitungsgebiets könnten teilweise mit der Klimaerwärmung zusammenhängen. Vor allem in den tiefer gelegenen Teilen des Gebiets dürften das Aufkommen von Arven und anderen Bäumen ausschlaggebend für die Revieraufgabe gewesen sein. Die Balzplätze des Birkhuhns haben sich im Verlauf der Untersuchungszeit verlagert: Der grösste Platz hat sich hangaufwärts um etwa 120 Höhenmeter auf 2210 m ü.M. über die örtliche Waldgrenze hinauf verschoben. Ein neuer Birkhuhnbalzplatz hat sich in einem Gebietsteil gebildet, der vom Schneehuhn geräumt worden ist, und ein ehemaliger Balzplatz ist verwaist. Wie beim Schneehuhn dürfte die höher und dichter werdende Vegetation für diese Verlagerungen verantwortlich sein. Die Resultate zeigen auch die Bedeutung langfristiger Zählprogramme.

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