Zusammenfassung
Seit 1995 werden die Bestände ausgewählter Brutvögel im 41 km² grossen Kerngebiet des Grossen Mooses erhoben. Für das Monitoring ausgewählt wurden 24 seltene Brutvogelarten der Kulturlandschaft. Mit 31 Aufnahmejahren entspricht die Datenreihe somit einer der langfristigsten grossflächigen Bestandsaufnahmen von Kulturlandvogelarten in der Schweiz und wohl weit darüber hinaus.
Von den untersuchten Arten konnten 2025 18 Arten mit insgesamt 784 Revieren festgestellt werden. Sowohl Artenzahl als auch Revierzahl gingen von 2024 auf 2025 leicht zurück, liegen aber immer noch bei den höchsten Werten seit Beginn der Untersuchung. Der Bestand von zwölf Arten nimmt langfristig zu, jener von Sumpfrohrsänger, Wachtel und Feldschwirl jedoch ab. Bei Dohle, Kuckuck und Turteltaube ist kein Trend feststellbar. Sechs Arten treten zu selten auf für eine statistische Analyse der Bestandsentwicklung. Erfreulich ist, dass sich unter diesen mit Wendehals und Wiedehopf zwei Arten im Gebiet weiter etablieren konnten.
Neben dem alljährlich bearbeiteten Kerngebiet wurden im Jahr 2025 eine Teilfläche im Gebiet Nordost (12 km²) kartiert. Diese Teilfläche wies 2025 mit insgesamt 16 Arten eine geringere Artenvielfalt auf als das Kerngebiet. Im Vergleich zur im Vorjahr kartierten Teilfläche im Gebiet Nordost hingegen trafen wir darin fünf zusätzliche Arten an. Unter diesen Arten ist der Sumpfrohrsänger, der bei den Aufnahmen 1997–2009 noch alljährlich Reviere besetzte, aber in den Jahren 2023 und 2024 fehlte. Andere Arten kamen schon in den 2000er-Jahren unregelmässig (Kuckuck, Wachtel) oder selten (Orpheusspötter) vor. Erstmals im Rahmen dieses Monitorings in der kartierten Teilfläche nachgewiesen wurde der Gelbspötter.
Die Zunahme der Artenzahl in der kartierten Teilfläche des Gebietes Nordost sowie das Auftreten mehrerer seltener Arten deuten darauf hin, dass die Aufwertungsmassnahmen nun auch im Nordosten zunehmend Wirkung zeigen.
Mitarbeitende