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Roosting site selection of little owls (Athene noctua) in Southern Germany

Bock, Anja
Sprache
eng
Veröffentlichungsjahr
2011


Zusammenfassung

Seit den Fünfziger Jahren gehen in vielen Regionen Mitteleuropas die Steinkauzbestände kontinuierlich zurück, so auch in Deutschland und der Schweiz. Dies wird auf den Verlust an Lebensraum zurückgeführt. So sind zum Beispiel Streuobstwiesen aufgrund mangelnder Rentabilität seit Jahren rückläufig. Streuobstwiesen prägten als altes Kulturgut über Jahrzehnte hinweg viele Regionen Mitteleuropas, wo der Steinkauz als typischer Bewohner häufig anzutreffen war. Hier kann er im gemähten Gras leicht Jagd auf Kleinsäuger, Insekten und Reptilien machen und in den Höhlen der Obstbäume seine Jungen aufziehen. Schon lange wurde erkannt, dass mit dem Verschwinden alter Obstbäume die Zahl von geeigneten Brutplätzen stark zurückgeht. Als Schutzmaßnahme wurden deshalb in vielen Gegenden künstliche Niströhren angebracht, die erfolgreich als Baumhöhlen-Ersatz für die Brut angenommen wurden. Ob Baumhöhlen und andere ähnliche Strukturen auch als Tageschlafplätze für den Steinkauz von Bedeutung sind, blieb bis anhin aber offen. Darüber sollen im Rahmen dieser Studie nun weitere Erkenntnisse gewonnen werden. Dazu wurden 137 Käuze mit Radio-Sendern versehen und regelmässig am Tag an ihren Schlafplätzen lokalisiert.

Die überwiegende Mehrheit der Schlafplätze von Steinkäuzen war denn auch in Streuobstwiesen anzutreffen, wobei die Käuze öfter an geschützten Orten wie in Baumhöhlen, Holzstapeln und Niströhren den Tag verbrachten als offen in den Baumkronen. Von den geschützten Standorten wurden die Baumhöhlen am häufigsten verwendet, dicht gefolgt von Niströhren. Apfelbäume, die schon in jüngeren Jahren Höhlen ausbilden können, wurden häufiger als andere Baumarten genutzt. Bäume mit mehreren Höhleneingängen, welche sich oft durch einen hohlen Stamm oder hohle Äste auszeichnen, sowie Niströhren und Holzstapel, wurden bevorzugt genutzt. Dagegen wurden Bäume mit nur einem Höhleneingang gemäss dem Angebot und Baumkronen unterproportional genutzt. Steinkäuze verbrachten den Tag meistens „in“ oder „auf“ Bäumen.

Die Nutzung von Tageseinständen wurde durch die Lufttemperatur und die Jahreszeit beeinflusst und unterschied sich zwischen Jung- und Altvögeln. Jungvögel suchten während des Sommers häufig Niströhren auf, während im Laufe der Abwanderung kaum noch Niströhren, dafür vermehrt Baumhöhlen als Tagesschlafplätze verwendet wurden. Bei sinkenden Temperaturen verbrachten Jung- und Altvögel den Tag in zunehmenden Maße in Baumhöhlen, wobei diese Reaktion auf kalte Temperaturen bei den Altvögeln stärker ausgeprägt war als bei den Jungvögeln.

Die Schlafplätze in den Baumkronen befanden sich am häufigsten in mittlerer Kronenhöhe, aber am äusseren Rand der Baumkrone. Steinkäuze, die den Tag in Baumkronen verbrachten, flüchteten häufiger bei der Annäherung eines Menschen als Steinkäuze in geschützten Tageseinständen. Dieses Verhalten war stärker ausgeprägt bei Jungvögeln als bei Altvögeln.

Wir konnten keine Unterschiede feststellen zwischen Habitaten, in denen sich Jungvögel während der Abwanderung aufhielten, und Habitaten, die nach der Abwanderung durch die Jungkäuze besiedelt wurden. Insbesondere das Angebot an bevorzugten Schlafplatzstrukturen (Niströhren, Holzstapel, Bäume mit Höhlen) war in beiden Habitaten gleich.

Geschützte Tageseinstände, insbesondere Bäume mit mehreren Höhleneingängen, Holzstapel und Niströhren werden als Tageseinstände bevorzugt. Insbesondere bei tiefen Temperaturen im Winter werden Obstbaumhöhlen fast täglich genutzt. Zusätzlich zu den Nisthöhlen könnte das Vorhandensein
von geeigneten Tagesschlafplätzen deshalb eine wichtige Ressource für den Steinkauz darstellen, die in vielen Habitaten fehlt.

Der Schutz der Steuobstwiesen, insbesondere die Erhaltung alter Obstbäume mit mehreren Höhleneingängen und hohlen Ästen und Stämmen, könnte laut unseren Erkenntnissen zur Förderung
von Steinkauz-Populationen beitragen. Über längere Zeit sollten aber solche bevorzugten Tageseinstände wieder neu zur Verfügung gestellt werden, was durch Baumpflanzungen sowie durch die Förderung der Höhlenbildung geschehen kann. Auch das Bereitstellen von Niströhren, Holzstapeln und weiterer künstlicher geschützter Schlafplatzstandorte könnte eine große Hilfe für den Steinkauz sein.

Mitarbeitende

Projekte

Raumnutzung und Dispersalökologie von Steinkäuzen

Der Steinkauz wurde durch die Intensivierung der Landwirtschaft an den Rand des Aussterbens gebra...
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