PUBLIKATIONEN

Schutz des Birkhuhns in den Alpen: Einflüsse von touristischen Erschliessungen und Klimawandel

Marti, Christian
Zeitschrift
Nat.schutz Landsch.plan. (Naturschutz und Landschaftsplanung)
Sprache
ger
Veröffentlichungsjahr
2018


Zusammenfassung

Langjährige Bestandskontrollen in einem Zählgebiet im Wallis und auf zwei Probeflächen in der Zentralschweiz lassen starke Schwankungen, aber keinen Bestandstrend des Birkhuhns (Tetrao terix) erkennen. Allerdings haben sich Balzplätze teilweise stark verschoben, mehrheitlich in größere Höhen. Der Klimawandel kann indirekter Auslöser sein, unmittelbar reagiert das Birkhuhn aber flexibel auf Veränderungen in der Vegetationsstruktur seines Lebensraums. Die Bildung traditioneller Balzplätze in Gebietsteilen, in denen die Lebensräume für das Birkhuhn günstiger geworden sind, kann aber sehr lange dauern. Erschließungen für den Wintersport gefährden Birkhuhnpopulationen durch Platzkonkurrenz zwischen Bergstationen und Balzplätzen, durch Kollisionen mit Kabeln und durch Störungen. Die Wirksamkeit von Maßnahmen zum Lebensraum-Management im Bereich der oberen Waldgrenze ist nicht belegt. Solche Eingriffe können deshalb in keinem Fall als Kompensationsmaßnahmen für Erschließungsprojekte gelten. Das Birkhuhn lässt sich auch nicht einfach in andere, für es umgestaltete Gebietsteile umsiedeln.

Conservation of Black Grouse in times of tourism development and climate change Long-term monitorings in a study area in Valais (Swiss Alps) and two study areas in central Switzerland have revealed strong fluctuations but no population trend of the Black Grouse. Some leks, however, have moved considerably, mostly uphill. Climate change may be the indirect cause, but the immediate response by Black Grouse relates to changes of the vegetation structures of the habitat. The establishment of new traditional leks in areas that have become suitable for the species takes a long time. The establishment of winter sport facilities endangers Black Grouse populations causing space competition between mountain stations and leks, leading to collisions with cables and generating human disturbances. The effectiveness of habitat management measures at the upper timberline has not been proven so far. Such interventions can therefore under no circumstances be considered as compensation measures for touristic development projects. Black Grouse cannot simply be relocated to other parts of its local range restructured for this purpose.

Projekte

Artenförderung Birkhuhn

Das Birkhuhn schätzt ein aus alpinen Heiden und Weideflächen zusammensetztes Mosaik von Lebensräu...
Entdecken Sie das Projekt