Das Braunkehlchen brütet in spät gemähten Blumenwiesen. Diese sind jedoch selten geworden – und mit ihnen der Wiesenbrüter. Unser langjähriges Engagement liefert Grundlagen für einen besseren Schutz.
Rückzugsort Berggebiet – wie lange noch?
Es ist klein und unscheinbar – dennoch beschäftigt sich die Vogelwarte seit 25 Jahren mit dem Braunkehlchen. Der Bodenbrüter ist nämlich arg in Bedrängnis, denn sein Lebensraum, blumen- und insektenreiche Wiesen, sind im Mittelland mittlerweile kaum mehr zu finden. Ausserdem erfolgt die erste Mahd heutzutage bereits so früh, dass dabei viele Nester zerstört werden. Kein Wunder also, dass das Braunkehlchen seit den 1970er- Jahren aus grossen Teilen des Schweizer Mittellandes verschwunden ist. Die letzten Rückzugsgebiete befinden sich in den Alpen, aber auch dort steigt der Nutzungsdruck. In den wichtigsten Brutgebieten setzt sich die Vogelwarte daher für den Schutz des Braunkehlchens ein.
Unsere Untersuchungen im Unterengadin und im Goms zeigen, dass das Braunkehlchen nur eine Zukunft hat, wenn es genügend Brutplätze findet: weitläufige, blumenreiche Wiesen, wovon mindestens 60 % spät gemäht werden. Aus Sicht der landwirtschaftlichen Produktion ist dies wenig effizient – die Massnahme hilft jedoch auch anderen Wiesenbrütern wie dem Wiesenpieper oder der Feldlerche. Deren Vorkommen sind dank der Potenzialkarten ersichtlich, die die Vogelwarte entwickelt hat. Sie zeigen auch, wo Förderprojekte dringlich sind.
Hier finden Sie unsere Wiesenbrüter-Potenzialkarten:
www.vogelwarte.ch/de/schuetzen/kulturland/wiesenbrueter-im-berg-und-soemmerungsgebiet