Teichrohrsänger

Rousserolle effarvatte - Eurasian Reed Warbler

Acrocephalus scirpaceus

Teichrohrsänger

© Jean-Paul Luthy



Merkmale:
kleiner Singvogel ohne auffällige Merkmale, oben braun, unten bräunlichweiss, mit weisslicher Kehle; Beine dunkel; auffälliger, laut schwätzender Gesang.


Zugverhalten Teichrohrsänger
Bestand in der Schweiz (Paare): 7000-9000 Rote Liste 2001:
nicht gefährdet
Zugverhalten:
Langstreckenzieher
Grösse (cm):
12
Gewicht (g):
10-15
Gelegegrösse:
3-5
Brutort:
Schilf
Brutdauer (Tage):
11-14
Nestlingsdauer (Tage):
10-14
Nahrung:
Insekten
Vogelgruppe:
Singvögel Grasmücken
Lebensraum:
Feuchtgebiete


Auch erfahrene Ornithologen können den Teichrohrsänger vom Sumpfrohrsänger im Feld meist nur an der Stimme unterscheiden. Der Sumpfrohrsänger singt sehr laut, wohlklingend und abwechslungsreich, mit einer Fülle verschiedener Motive in ständigem Wechsel von Tempo und Klangfarbe. Der Gesang des Teichrohrsängers hingegen ist wesentlich eintöniger: Motive wie "tscharr" und "tschirrak" werden etwa dreimal wiederholt, was ähnlich wie das Aneinanderschlagen zweier Kieselsteine klingt. Nur vereinzelt wird die Strophe mit nachgeahmten Lauten anderer Vögel variiert. In der Morgen- und Abenddämmerung kann es in dicht besiedelten Gebieten zu einem regelrechten Chorgesang kommen. Bei Erregung singen auch die Weibchen, deren Gesang zwar etwas kürzer ist, aber doch nicht von jenem der Männchen unterschieden werden kann. Den Teichrohrsänger trifft man meist im Röhricht an, wo er die Angewohnheit hat, auf einem Schilfrohr hinauf und herunter zu rutschen und von Rohr zu Rohr zu hüpfen. Er nimmt auch mit Ufergebüsch und Goldrutenbeständen vorlieb. Beim Nestbau erstellt das Weibchen zuerst eine Plattform aus losen, um die Schilfstengel gedrehten Halmen. Dann werden mit elastischerem Material Schleifen um die Trägerhalme gelegt und deren Enden in die Nestwand der Nestinnenseite gesteckt. Die Mulde entsteht schliesslich durch Stemmbewegungen des Weibchens. In den Nestern aller Rohrsängerarten liegen oft Kuckuckseier. Diese sind zwar etwas grösser als die eigenen Eier, aber sehr ähnlich gefärbt. Bei uns hält sich der Teichrohrsänger von Ende April bis Anfang Oktober auf. Da das Schilfwachstum in den höheren Lagen zu spät einsetzt, brütet er vornehmlich in den Niederungen.