©

Luftbild des Grenzgebiets bei Wallbach AG/D. Das grenznahe Ausland rechts des Rheins beherbergt deutlich mehr Kleinstrukturen als die grenznahe Schweiz links des Rheins. Besonders offensichtlich sind diese Unterschiede im Kulturland.

© Swisstopo
Schweizer Brutvogelatlas 2013-2016

Vielfältigere Brutvogelwelt jenseits der Grenze

Im Vergleich zur grenznahen Schweiz gibt es im grenznahen Ausland pro Kilometerquadrat mehr Vogelarten, höhere Dichten und mehr Arten der Roten Liste. Diese Unterschiede sind darauf zurückzuführen, dass es jenseits der Grenze mehr naturnahe Flächen und Kleinstrukturen gibt, eine Folge anderer Bewirtschaftung und Landnutzung.

Im Rahmen der Datenerhebung für den Atlas 2013–2016 wurden neben Kilometerquadraten in der Schweiz auch 145 Kilometerquadrate kartiert, die zumindest teilweise im grenznahen Ausland liegen. Die hier präsentierte Auswertung untersucht Flächen, die in einem Bereich 10 km dies- und jenseits der Grenze liegen. Im Westen entlang der Grenze zu Frankreich waren es 59 (Ausland) bzw. 160 Kilometerquadrate (Westschweiz), im Norden entlang der Grenze zu Deutschland 38 (Ausland) bzw. 99 Kilometerquadrate (Nordschweiz). Da die Grenzgebiete im Osten zu Österreich und Liechtenstein sowie im Süden zu Italien und Frankreich sehr heterogene Lebensraumtypen und beträchtliche Höhenunterschiede aufweisen, wurden sie für diese Analyse weggelassen.

In den Grenzgebieten zu Deutschland und Frankreich sind die Anteile der Lebensräume dies- und jenseits der Grenze vergleichbar. In der Schweiz ist der durchschnittliche Anteil der Gebäudefläche mit 2 % leicht höher als im grenznahen Ausland mit 1,5 %, der Waldanteil (31 bzw. 35 %) und der Kulturlandanteil (48 bzw. 50 %) sind etwas tiefer. Die durchschnittliche Höhe für die Grenzgebiete zu Deutschland und Frankreich ist im In- und Ausland jeweils gleich, entsprechend dürften auch die klimatischen Unterschiede nur gering sein.

Höhere Dichten und erhöhte Artenvielfalt im grenznahen Ausland

Deutliche Unterschiede bei den Kulturlandarten

Keine Verbesserung der Situation seit 1993–1996

Betroffene Arten

Text: Simon Hohl

Zitiervorschlag des Atlas online:
Knaus, P., S. Antoniazza, S. Wechsler, J. Guélat, M. Kéry, N. Strebel & T. Sattler (2018): Schweizer Brutvogelatlas 2013–2016. Verbreitung und Bestandsentwicklung der Vögel in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein. Schweizerische Vogelwarte, Sempach.

Literatur

Shop

Spenden
Helfen Sie den Vögeln der Schweiz.
Dank Ihrer Unterstützung können wir die Vogelwelt überwachen, Gefahren erkennen, Lösungen entwickeln und Hilfe für bedrohte Arten leisten.

 

 

Jetzt spenden
Logo Zewo

Mit den uns anvertrauten Spendengeldern gehen wir sehr sorgfältig um. Seit vielen Jahren tragen wir das ZEWO-Gütesiegel für gemeinnützige Institutionen.

 

Schweizer Brutvogelatlas 2013-2016

Vogelwelt im Wandel

Der Zustand der Vogelwelt spiegelt unseren Umgang mit der Natur und Landschaft. Dieser Atlas präsentiert die aktuellen Vorkommen, die Häufigkeit und die Höhenverbreitung aller Brutvögel der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein in bislang unerreichter Präzision. Vor allem aber zeigt er die markanten Veränderungen der Schweizer Vogelwelt in den letzten zwanzig bis sechzig Jahren. Das umfangreiche Werk ist eine zentrale Grundlage für den Schutz und die Förderung der einheimischen Vögel und ihrer Lebensräume.

Mehr erfahren