Akustik zum Monitoring schwer nachweisbarer Arten

Akustische Aufnahmegeräte geben Aufschluss über Vorkommen, Bestandsentwicklung und Brutstatus seltener und schwer zu beobachtender Arten

Das passive akustische Monitoring (PAM) bietet neue Möglichkeiten für die langfristige, grossräumige Überwachung seltener und schwer zu beobachtender Vogelarten, insbesondere in abgelegenen Bergwäldern. Das Projekt untersucht, ob PAM die Berechnung von Bestandsentwicklungen verbessern kann, wie akustische Aufnahmen mit Gelegenheitsbeobachtungen kombiniert werden können und ob anhand von unterschiedlichen Ruftypen der Brutstatus abgeleitet werden kann. Ausserdem wird das Potenzial von PAM abgeschätzt, um phänologische Veränderungen erkennen und zukünftige Atlasprojekte unterstützen zu können. Um diese Ziele zu erreichen, arbeiten wir mit Freiwilligen aus der ganzen Schweiz zusammen.

Bereich Forschung
Ressort Situation der Vogelwelt
Themen Ökologie, Bestandsentwicklung
Lebensraum Hochgebirge, Wald, Wiesen und Weiden, Felsiges Gelände, Feuchtgebiete
Projektstart 2020
Projektende 2031
Projektstatus laufend
Projektleitung Thomas Sattler
Projektregion Europa, Schweiz

Details

Projektziele

Das Projekt zielt darauf ab, die landesweite Überwachung seltener Waldvögel mithilfe des passiv akustischen Monitorings (PAM) zu verbessern. Hauptziele sind die Entwicklung von Bestandsindizes für den Sperlingskauz und den Raufusskauz sowie anderer schwer zu beobachtender Waldarten und die Ermittlung des Brutstatus anhand von PAM-Aufnahmen für Eulen und möglicherweise weitere Arten. Darüber hinaus wollen wir untersuchen, ob sich anhand von PAM-Daten Verschiebungen im Zeitpunkt der höchsten Lautaktivität und in der Brutphänologie feststellen lassen. Schliesslich wollen wir uns mit den Kosten, der langfristigen Umsetzung und den Anwendungsmöglichkeiten von PAM für Atlasprojekte befassen.

Vorgehen

Die Aufnahmegeräte werden in Stichprobengebieten des MHB (Monitoring Häufige Brutvögel) und des Biodiversitätsmonitorings Schweiz (BDM) mit einem ausreichenden Waldanteil (mindestens 35 %) aufgestellt. Jedes Jahr zeichnet ein Aufnahmegerät pro MHB-/BDM-Standort von Februar bis Juni autonom vier Stunden am frühen Morgen und drei Stunden am Abend auf. Dieser ausgedehnte Aufzeichnungszeitraum ermöglicht die Erfassung verschiedener Arten und ihrer Lautäusserungen während der gesamten Brutzeit.

Bedeutung

Obwohl die Verbreitung und die Bestandsentwicklung vieler Vogelarten in der Schweiz gut bekannt sind, bestehen weiterhin Wissenslücken bei bestimmten seltenen und schwer zu beobachtenden (nachtaktiven) Arten, insbesondere solchen in abgelegenen Bergwäldern oder solchen, die bereits Ende Winter aktiv sind. Die Schweiz trägt eine grosse Verantwortung für diese Arten, da ihre Bestände aufgrund der grossen Ausdehnung der Bergwälder in Mittel- und Westeuropa beträchtlich sind. Für diese Arten erwarten wir, dass PAM die Basisdaten zu Verbreitung und Bestandsveränderungen erheblich verbessern wird. Der Wert von PAM-generierten Daten kann zusätzlich gesteigert werden, wenn unterschiedliche Ruftypen unterschieden werden können. Auf diese Weise können Informationen über den Brutstatus erhalten werden. Neben der Anwesenheit eines Männchens können zusätzliche demografische Informationen generiert werden, wie z.B. die Präsenz eines Paares (Nachweis eines Weibchens) oder Bruterfolg (Nachweis von bettelnden Jungen).

Ergebnisse

Erste Ergebnisse zeigen, dass die saisonale Rufaktivität von Eulen von der Fruchtbildung der Buchen im Herbst und der entsprechenden Beuteverfügbarkeit (Nagetiere), der Strenge des Winters, dem Einsetzen des Frühlings, kurzfristigen Wetterbedingungen, dem Brutstatus der Eulen sowie individuellen Unterschieden abhängt. Aufgrund seiner nicht-invasiven Eigenschaft (d. h. ohne menschliche Störung) und des langen Aufzeichnungszeitraums im Feld eignet sich das passive akustische Monitoring (PAM) besonders gut für die Erfassung konsistenter jährlicher Anwesenheits- und Abwesenheitsdaten.

Projektpartner

  • Freiwillige Mitarbeitende der Vogelwarte
  • Kantonale Ämter für Wald, Natur und Landschaft
  • Waldbesitzer und Förster

Fachpublikationen

Mitarbeitende

Betroffene Vogelarten

Birkhuhn
Schwarzspecht
Raufusskauz
Ziegenmelker
Wespenbussard
Waldschnepfe
Sperber
Zwergohreule
Sperlingskauz
Baumfalke
Uhu
Grünspecht
Haselhuhn
Steinkauz
Kleinspecht
Mittelspecht
Waldohreule
Dreizehenspecht
Waldkauz
Auerhuhn
Weissrückenspecht
Habicht
Situation der Vogelwelt link
Ressort

Situation der Vogelwelt

Wir analysieren und beurteilen die Situation und die Entwicklung der Vogelwelt in der Schweiz.

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