Dass Agroforstanlagen auf Ackerland für gewisse gefährdete Vogelarten von Nachteil sind, dürfte wenig bekannt sein. Mit einem neuen Faktenblatt macht die Vogelwarte auf diesen Konflikt aufmerksam. Sie setzt sich dafür ein, dass auf Feldlerche, Kiebitz und Co. bei der Planung von silvoarablen Agroforstanlagen Rücksicht genommen wird. In Gebieten mit den oben genannten Arten empfehlen wir statt Bäumen niedrige Strukturen wie Einzelsträucher oder kleine Buschgruppen. Solange die Strukturen niedrig gehalten werden, ist kaum ein negativer Einfluss auf die Bodenbrüter zu erwarten. Krautsäume und Brachen können zusätzlich einen Lebensraum für Dorngrasmücke, Schwarzkehlchen und Neuntöter bieten, wie Beispiele in den Ackerbaugebieten des Schaffhauser Klettgaus, dem Grossen Moos BE/FR oder der Champagne genevoise zeigen.
Auch in Agroforstanlagen bieten niedrige Strukturen einen Mehrwert. Dank der Kombination mit Krautsäumen, Buntbrachen, Buschgruppen und Kleinstrukturen kann ein hoher ökologischer Wert erreicht werden. Auch finanziell kann sich das lohnen, wenn die Kriterien für einen Hochstamm-Feldobstgarten mit Qualitätsstufe II erfüllt werden. Zum Schutz von Feldlerche, Wachtel, Kiebitz und Schafstelze sollen neue Anlagen aber in der Umgebung von Gehölzen, Waldrändern und Siedlungen geplant werden.