Damit die Mehlschwalben Kunstnester für die Brut annehmen, ist es besonders wichtig, dass diese fach- und standortgerecht angebracht werden. Der Luftraum unterhalb des Neststandorts muss auf einer Höhe von mindestens drei Metern hindernisfrei sein. Kunstnester sollten zudem oben ganz am Unterdach anliegen. Andernfalls muss über dem Nest ein Holzkeil mit einem Winkel von mindestens 45 Grad angebracht werden. Damit wird verhindert, dass Nesträuber wie Marder oder Krähenvögel auf den Balken sitzen und von dort die Nester plündern können. Die Himmelsrichtung des Neststandorts spielt kaum eine Rolle, allerdings sollte zum Schutz vor Regen das Dach über dem Nesteingang mindestens 15 Zentimeter vorspringen. Es ist zudem sinnvoll, gleich mehrere Kunstnester nebeneinander aufzuhängen. Um Fassadenverschmutzung zu vermeiden, sollten die Nester möglichst mit etwas Abstand zur Fassade montiert werden. Eine gute Alternative ist das Anbringen von Kotbrettern, die sich mindestens 60 Zentimeter unterhalb der Nester befinden sollten.
Unsere Untersuchungen haben ergeben, dass die Nähe zu bestehenden Brutstandorten sowie das Abspielen von Mehlschwalbenrufen die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Kunstnester entdeckt und besiedelt werden. Dazu sollen die Rufe vor der Rückkehr der Mehlschwalben im April bis in den Juli hinein jeweils morgens und abends für rund zwei Stunden abgespielt werden. Optimal ist eine geringe Entfernung von bis zu 500 Meter zu bestehenden Brutstandorten. Ab einer Entfernung von einem Kilometer ist eine Besiedlung unwahrscheinlich. Kunstnester sollten zudem nach Möglichkeit alle drei Jahre gereinigt werden, oder spätestens dann, wenn die Besetzung plötzlich abnimmt. Mit der Reinigung werden allfällig vorhandene Parasiten entfernt.