Der Italiensperling kommt in der Schweiz fast nur im Tessin vor. Lange war nicht klar, wie sich der Bestand der nahezu bedrohten Art entwickelt. Die Regionalstelle startete deshalb 2020 ein Monitoring, um Antworten auf Fragen zu Häufigkeit und Verbreitung geben zu können. Zusammen mit Daten aus dem «Monitoring Häufige Brutvögel» können wir für den Italiensperling nun erstmals einen Bestandsindex berechnen. Dieser fluktuiert und zeigt keinen eindeutigen Trend.
Eine weitere Besonderheit des Tessins ist die Blaumerle, die hier in Europa ihre nördliche Verbreitungsgrenze erreicht. Ihren Bestand erheben wir ebenfalls seit 2020 in ausgewählten Perimetern an natürlichen Felswänden und in Steinbrüchen. Zu Beginn des Monitorings zählten wir 24 Reviere, mittlerweile ist der Bestand leicht zurückgegangen auf 18 Reviere. Weitere Vogelarten, die speziell überwacht werden, sind Schafstelze und Zwergohreule in der Magadinoebene und in höheren Lagen die kleine Brutpopulation des Rotsternigen Blaukehlchens.
All diese Projekte wären ohne die tatkräftige Unterstützung durch engagierte Freiwillige im Tessin nicht möglich. Deshalb stand von Beginn an ihre Betreuung im Vordergrund. Für sie bietet das Büro der Regionalstelle in Contone, gelegen zwischen Bellinzona und Locarno, eine willkommene Ansprechstation.