Obwohl BFF derart wichtig sind für die untersuchten Arten, beherbergten mehr als die Hälfte aller BFF im Grossen Moos kein einziges Revier der ausgewählten Arten. Von den extensiv genutzten Wiesen, dem mit Abstand häufigsten BFF-Typ im Grossen Moos und der Schweiz, waren sogar 70 % nicht besetzt.
Um besser herauszufinden, welche der extensiv genutzten Wiesen von den ausgewählten Vogelarten besetzt sind, haben wir Satellitendaten und Feldkartierungen von Schwarzdorn und Weissdorn berücksichtigt. Die Daten zeigen, dass die Menge, Grösse und der Dornanteil direkt auf oder in unmittelbarer Nähe zur extensiv genutzten Wiese bei der Revierverteilung eine Schlüsselrolle spielten. Ohne Gehölze fehlten die untersuchten Vogelarten weitgehend. Mit steigendem Anteil niedriger Gehölze unter 3 Meter Höhe mit hohem Dornanteil nahmen die Vogelreviere zu. Der Effekt war nur schwach positiv bei Gehölzen über 3 Meter Höhe, unabhängig vom Dornanteil.
Zudem war die Anzahl Vogelreviere in einer extensiv genutzten Wiese doppelt so hoch, wenn im Umkreis von 500 Metern ein Anteil von 30 % BFF vorhanden war. Die Anzahl von Vogelrevieren in isolierten BFF war dagegen deutlich reduziert. Der Vernetzung geeigneter Lebensräume kommt somit eine hohe Bedeutung zu.
Schliesslich nutzten wir die Modelle, um die Situation im gesamten Schweizer Mittelland abzuschätzen. Dabei zeigte sich, dass mehr als 80 % der extensiv genutzten Wiesen in unmittelbarer Umgebung einen sehr geringen Anteil geeigneter Buschgruppen aufweisen, was das grosse Aufwertungspotenzial hervorhebt.
Die Untersuchung unterstreicht den Wert punktgenauer Brutvogeldaten, die in Kombination mit Lebensraumdaten sehr detaillierte Auswertungen ermöglichen. Basierend auf den Ergebnissen empfehlen wir zur Förderung typischer Kulturlandvögel, hochwertige BFF und deren Vernetzung zu fördern und extensiv genutzte Wiesen, insbesondere strukturlose der Qualitätsstufe I, mit niedrigen Dornbuschgruppen aufzuwerten.